Senat weiter uneinig bei Obduktionspflicht

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Nach dem Tod des zweijährigen Kevin im Jahr 2006 will der Bremer Senat die Obduktionspflicht für Kinder einführen.

Bremen - Als erstes Bundesland will Bremen eine Obduktionspflicht für Kinder unter sechs Jahren einführen. Ethische Bedenken innerhalb der Landesregierung verzögern das Vorhaben jedoch seit einigen Wochen, so auch in der heutigen Senatssitzung.

Am Dienstag verschob der Senat erneut die Entscheidung über die umstrittene Gesetzesänderung. „Es ist ein hochemotionales Thema“, sagte der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Peter Lohmann. „Es besteht weiter Gesprächsbedarf.“

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Bremer Senat fordert Obduktionspflicht für Kinder

Nach dem Willen von Gesundheitssenatorin Ingelore Rosenkötter (SPD) sollen in dem Stadtstaat künftig Kinder unter sechs Jahren untersucht werden, deren Todesursache unklar ist. Dadurch will sie die Zahl der unentdeckten Kindstötungen senken und für mehr Abschreckung sorgen.

Kinderschutzbund, katholische Kirche und FDP kritisieren die Pläne heftig. Auch bei einigen ihrer Senatskollegen stößt es auf Widerstand, weshalb die Landesregierung nun einen Richtervorbehalt in den Entwurf aufnahm. Danach können Eltern binnen 24 Stunden der von den Behörden angeordneten Obduktion widersprechen, so dass ein Richter darüber entscheiden muss.

Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) brachte zudem eine virtuelle Autopsie ins Spiel, bei der das tote Kind durchleuchtet wird und nicht aufgeschnitten werden muss. Allerdings könne diese nicht alle Todesursachen aufklären, betonte Lohmann. Rückendeckung bekommt die Gesundheitsbehörde von der Deutschen Kinderhilfe. Bei tödlichen Misshandlung könne eine Obduktion das Leben der Geschwister retten, begründete der Verein. Außerdem helfe es auch den Eltern zu wissen, woran ihr Kind gestorben sei.

Der Senat plant nun am 13. April die Obduktionspflicht zu beschließen. Eine Woche später könnte sich dann das Landesparlament damit befassen.

dpa

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