Senat einigt sich auf neuen Standort für Bayernzelt / Platz für 250 Asylbewerber

Neustadt statt Bürgerweide

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Das Bayernzelt zieht von der Bürgerweide auf das ehemalige Gelände von „Toys ‘r‘ us“ an der Neuenlander Straße um und wird dort als Asylunterkunft dienen. Das 2 200 Quadratmeter große Zelt wird mit Heizung und kleinen Kabinen ausgestattet.

Bremen - Von Viviane Reineking. Das Bayernzelt, das nach dem Freimarkt jetzt noch auf der Bürgerweide steht, wird künftig als Unterbringung für Asylbewerber genutzt, aber nicht, wie ursprünglich angedacht, auf der Bürgerweide, sondern auf einem brachliegenden Gelände an der Neuenlander Straße. Darauf hat sich der Bremer Senat heute geeinigt.

7135 Asylbewerber hat Bremen laut Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) bis Ende des vergangenen Monats aufgenommen, im Oktober waren es alleine 1663. Um die Flüchtlinge unterzubringen, hatte das Ressort das Bayernzelt nach dem Freimarkt auf der Bürgerweide stehenlassen wollen, um hier rund 250 Menschen unterzubringen.

Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) sowie die Bremer Polizei hatten jedoch aufgrund der Nähe zum „Brennpunkt Bahnhof“ Sicherheitsbedenken geäußert. Mäurer sprach gar von einer „völligen Fehlentscheidung“ (wir berichteten).

Nach Diskussionen im Senat über verschiedene Standorte soll das Zelt nun aus der Innenstadt in die Neustadt umziehen, auf eine Brachfläche, auf der früher das Spielzeuggeschäft „Toys ‘r‘ us“ stand. Wie Stahmann allerdings am Nachmittag in der Sitzung der Deputation für Soziales, Jugend und Integration sagte, werde der Standort jetzt noch von den Genehmigungsbehörden geprüft. So gehe es um Fragen der Stromversorgung und Abwasserentsorgung.

Wird der Standort genehmigt, soll das Zelt länger stehenbleiben. Stahmann: „Der Eigentümer hat uns angeboten, das Zelt längerfristig zu nutzen.“ Das sei am Standort Neustadt möglich – im Gegensatz zur Bürgerweide, wo der Platz laut Sozialressort bis zum 1. Februar wieder hätte geräumt sein müssen.

In der Deputation ging es auch um die aktuelle Situation der Flüchtlingsunterbringung in Bremen: 70 Prozent der Asylbewerber in Bremen (Bundesebene: 50 Prozent) kommen aus Syrien, so Karl Bronke, Abteilung „Soziales“ im Ressort von Stahmann. Darauf folgten Afghanistan und Iran als Herkunftsländer. Aus dem Westbalkan kämen dagegen nur rund drei Prozent.

Insgesamt stelle sich die Situation im Oktober besser dar als im September: Unter anderem hätten die Träger von Unterkünften mehr Personal einstellen können. Im Gegensatz zu September (505) seien im Oktober 434 minderjäjrige unbegleitete Ausländer (UMA) nach Bremen gekommen, so Heidemarie Rose aus dem Sozialressort. Insgesamt seien es 2621 im Land Bremen bis Ende Oktober, eine hohe Anzahl aus West- und Ostafrika, darunter Eritrea. 27 UMA wurden seit dem 1. November gemeldet, sie würden vorläufig in Obhut genommen, bis geprüft sei, ob sie – entsprechend des neuen Gesetzes zur Umverteilung der UMA – verteilbar sind.

Um die große Zahl an Asylsuchenden auch im Winter unterzubringen, wurden laut Stahmann vier „Winterzelte“ als Festbauten bestellt, die jedoch erst zu Weihnachten fertiggestellt seien. Weitere Unterkünfte sollen als Holzrahmenbauweise errichtet werden. So soll das Zelt am Biologischen Garten im Technologiepark zum Beispiel einer solch winterfesten Unterkunft weichen.

Weiteres Thema in der Deputation: Die Unterbringung von Flüchtlingen in Turnhallen. Aktuell nutzt Bremen 15 von 30 großen Sporthallen als Unterkünfte. „Und wir müssen die Hallen weiter nutzen“, so Stahmann. Noch in dieser Woche werde zum Beispiel die Halle des Schulzentrums Alwin-Lonke-Straße in Grambke belegt. Und einem feststehenden Ranking nach würden weitere Hallen begutachtet. Dabei sei man in Gesprächen mit Landessportbund (LSB) und Sportvereinen, so Stahmann.

„Warum guckt man nicht auch nach kleineren Hallen?“, fragte Cindi Tuchel (Linke). „Wir müssen aufgrund von Personalmangel auf größere Lösungen setzen“, entgegnete Stahmann. Zwar hätten die Vereine Angst vor finanziellen Einbußen und Mitgliederschwund, doch seien viele Mitglieder solidarisch, so die Senatorin.

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