Sekt, Süßes und farbige Schatten

Finissage in der Schwachhauser Galerie Unger

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Michael Post und Corona Unger in der Ausstellung „Shine a Light“, die Wandobjekte des Künstlers vereint.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Unter dem Titel „Shine a Light“ zeigt die Galerie Unger an der Georg-Gröning-Straße in Schwachhausen gegenwärtig Wandobjekte des Künstlers Michael Post. Wer sie sehen möchte, muss sich ein wenig beeilen, denn die Ausstellung endet am Sonntag, 21. Mai.

Und natürlich gibt es – wie bei Corona Unger üblich – eine Finissage. Sie beginnt am Sonntagnachmittag um 15 Uhr – „mit einem Rundgang, Sekt und Süßigkeiten“, wie es verheißungsvoll heißt.

Und eben mit Posts Wandobjekten, „deren weiche und farbig leuchtende Schatten die Werke faszinierend hinterstrahlen“, wie die Galeristin sagt. Zur Finissage wird der Künstler erwartet. „Er erläutert sein ausgestelltes Oeuvre, das sowohl Holzarbeiten als auch Wandobjekte aus gefaltetem Stahl umfasst.“ Den Rundgang zum Thema „Körperhafte Flächen und farbige Schatten” leitet Unger.

Plastische Präsenz im realen Raum

Posts Wandobjekte basieren auf präzisen geometrischen Formen. „Aus gekanteten und gelaserten Stahlblechen bestehend, werden sie mit Glasfaser laminiert und mit Acrylfarbe bemalt“, so Unger. Und weiter: „Indem sie leicht oder verstärkt aus der Wand heraustreten, öffnen Michael Posts Objekte ihre plane Flächigkeit in den realen Raum. Diese plastische Präsenz wird durch den Lichteinfall und eine stark fluoreszierende Farbigkeit unterstützt, die leuchtende Verschattungen entstehen lässt.“

Post, 1952 in Wiesbaden geboren, studierte an der Universität Mainz und in Wiesbaden. Der Künstler lebt und arbeitet in Ippenschied (im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz).

Nach der Finissage ist die Galerie – sozusagen in der Zeit zwischen Himmelfahrt und Pfingsten – nicht geöffnet. Die nächste Ausstellungseröffnung folgt dann am Freitag, 9. Juni, um 19 Uhr. Unter dem Titel „Feldstücke“ zeigt Unger dann Malerei von Helmut Helmes.

„Eierlikörtage“ in der Bibliothek

In der Zentralbibliothek geht es um „Eierlikörtage“. Werden dort nun etwa Spirituosen präsentiert und probiert? Nein, keine Sorge, damit ist nicht zu rechnen. Bei den „Eierlikörtagen“ geht es natürlich um das Lesen.

Zum nunmehr dritten Mal in diesem Jahr nämlich organisiert die Zentralbibliothek (Am Wall 201, früheres Polizeihaus) in ihrem „Lesegarten“ eine zweisprachige Lesung für Erwachsene. Nach Arabisch/Deutsch und Türkisch/Deutsch ist dieses Mal Holländisch/Deutsch an der Reihe. Am Montag, 29. Mai, lesen Christina und Mike Jonker um 17 Uhr aus dem holländischen Bestseller „Eierlikörtage – Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 ¼ Jahre“. Und das eben im niederländischen Original und in der deutschsprachigen Übersetzung.

Das Buch hat bereits für viel Gesprächsstoff gesorgt, geht es doch um den Umgang mit dem Altern und um den Umgang mit alten Menschen. Protagonist Groen, eine fiktive Figur von großer Wahrhaftigkeit, lebt in einem Amsterdamer Altenheim. Dass ihm die körperlichen Kräfte schwinden, akzeptiert Groen zwar notgedrungen – aber deshalb will er nicht einfach untätig auf seinen Tod warten. Gerade jetzt soll mehr Leben in sein Leben kommen. Davon erzählt er in seinem geheimen Tagebuch. Ironisch, kritisch und mit viel Herz schildert er den Alltag in seinem Altenheim. Mit Gleichgesinnten gründet Groen die rebellische Bewohnergruppe „Alanito“ (steht für: „Alt, aber nicht tot“). Mit außergewöhnlichen Tagesausflügen holen die Beteiligten nun nach, was sie in ihrem bisherigen Leben versäumt hatten. Erzählt wird davon ganz unsentimental – und damit eindrucksvoll.

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