Rot-Grün-Rot setzt auf Straßenbahnen

Die Seilbahn für Bremen ist beerdigt

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Doch keine Seilbahn für Bremen.

Es war ein offenes Geheimnis. Kein Wort im Koalitionsvertrag, kein Jota in der Regierungserklärung. Der rot-grün-rote Senat hat die Pläne für eine Seilbahn in der Überseestadt mit Amtsantritt beerdigt. Jetzt bestätigte Mobilitäts- und Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) „Buten un Binnen“, dass die Pläne ad acta gelegt worden sind. Der Bau einer Seilbahn sei nicht machbar und finanziell nicht zu stemmen.

Bremen - Seilbahnpläne aus dem SPD-geführten Wirtschaftsressort machte der damalige Staatsrat Ekkehart Siering Ende Januar publik. Favorisiert wurde darin ein Streckenverlauf von Gröpelingen aus über die Weser in den Europahafen. Die Diskussion war eröffnet, die Begeisterung hielt sich in Grenzen. Zustimmung gab es vor allem von der CDU, die die Idee für sich proklamierte. Teile der SPD und Grüne zeigten sich skeptisch bis ablehnend, die Linken sprachen schnell von einer „Luftnummer“. Studenten der Hochschule Bremen um den Verkehrsexperten Carsten-Wilm Müller präsentierten dann eine Machbarkeitsstudie. Tenor: Die Seilbahn ist machbar. 

Seilbahn müsste über Weser führen

Um Stephanibrücke und die B75 zu entlasten, müsse sie aber über die Weser führen. Doch die neue Koalition geht davon aus, dass eine Seilbahn die Verkehrsprobleme in der Überseestadt nicht lösen kann. SPD, Grüne und Linke wollen vielmehr den Ausbau der Straßenbahn forcieren. Auch die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) hält den Ausbau des Schienennetzes in der Überseestadt bis zur „Hafenkante“ für machbar. 

Neue Gleise für Straßenbahn

Ein Haken: Wenn die Straßenbahn kommt, müssen neue Gleise verlegt werden. Das wird (mindestens fünf) Jahre dauern. Die Kosten für einen zwei Kilometer langen Gleisabschnitt schätzt die BSAG auf etwa 40 Millionen Euro. Schwierig ist laut Verkehrsressort die Finanzierung. Um Bund und die EU mit ins Boot zu holen, will Bremen jetzt ein Ausbaupaket schnüren. Das Überseestadt-Projekt soll mit dem Ausbau der Linien 1 nach Mittelshuchting und der Linie 8 nach Stuhr und Weyhe sowie dem Bau der „Querspange Ost“ – einer 1,36 Kilometer langen Verbindung von der Kreuzung Bei den Drei Pfählen/Bennigsenstraße (Linie 2, 10) über Stresemann- und Steubenstraße bis zur Kreuzung Julius-Brecht-Allee (Linie 1) – verknüpft werden. Ein Dringlichkeitsantrag der drei Regierungsfraktionen mit dem Titel „Ausbau des Straßenbahnnetzes bis 2030 beschleunigen“ soll in der nächsten Woche in der Stadtbürgerschaft diskutiert werden.

Weg für Ausbau der Linie 8 ist frei

Den Weg für den Ausbau der Linie 8 hat jüngst das Bundesverwaltungsgericht freigemacht, als es den Planfeststellungsbeschluss der niedersächsischen Landesbehörde für die Verlängerung nach Stuhr und Weyhe bestätigte und einen Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg aus dem Jahre 2016 aufhob. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) sprach von einem positiven Signal. „Die längst überfällige Anbindung des südlichen Umlandes an das Oberzentrum Bremen rückt in greifbare Nähe.“ Am Freitag endete das letzte gegen die Planfeststellung er Linien 1 und 8 betriebene Verfahren mit einem Vergleich vor dem Oberlandesgericht Bremen zwischen einer Klägerin und der Stadt. Bremen baut eine höhere Lärmschutzwand. Der Planfeststellungsbeschluss ist damit bestandskräftig und kann umgesetzt werden.

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