„Echolot“, der neue Bremer „Tatort“

Tatort-Preview: „Sehr befremdlich“

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Das Bremer „Tatort“-Ensemble bei der Preview-Vorstellung im „Cinemaxx“.

Bremen - Von Steffen Koller. Wenn künstliche Intelligenz zur Waffe wird: Im neuen Bremer „Tatort“ tauchen die Kommissare Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) und Inga Lürsen (Sabine Postel) in die Welt der Bits, Bytes und Algorithmen ein. Was im TV erst am Sonntag, 30. Oktober, ab 20.15 Uhr gezeigt wird (ARD), sahen 200 Zuschauer als Preview im „Cinemaxx“ am Hauptbahnhof.

Nach 90 Minuten wandern ungläubige Blicke durch den Saal. „Sehr befremdlich für einen ,Tatort‘“, sagt ein Zuschauer. Befremdlich? Okay, da kann man mitgehen. Zeigt der Krimi doch eine Geschichte, die weit weg zu sein scheint von der Realität. Und doch ist er allen bisherigen Streifen der Krimireihe weit voraus. Es geht nicht um böse Buben im eigentlichen Sinn.

Es geht um künstliche Intelligenz und deren Nutzen für die Gesellschaft. Die Mitgründerin eines Start-up-Unternehmens, Vanessa Arnold (Adina Vetter), scheint an den Folgen eines gewöhnlichen Autounfalls gestorben zu sein. Irgendetwas aber passt an der Geschichte nicht, sind sich Lürsen und Stedefreund sicher. Indizien sprechen gegen einen Freitod der jungen Frau, zumal sie kurz vor der Einführung eines von ihr mitentwickelten „digitalen Assistenten“ stand, der ihr viel Geld eingebracht hätte.

Der „schlimmste ,Tatort‘“ für Oliver Mommsen

„Echolot“, so viel sei an dieser Stelle verraten, besticht nicht durch rasante Verfolgungsjagden und wilde Schießereien. Es ist vielmehr das übergeordnete Thema, mit dem sich der Film der Regisseure Claudia Prietzel und Peter Henning auseinandersetzt. Er passt zur Themenwoche „Zukunft der Arbeit“ der ARD.

Für Oliver Mommsen sei es der „schlimmste ,Tatort‘“ gewesen, den er je gedreht habe, sagt er nach der Preview mit einem Augenzwinkern. „Ich kam mir vor wie ein Vollidiot“, meint er mit Blick auf die im Film angesprochenen technischen Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts. Dennoch habe der Film eine „enorme Kraft“, so Mommsen, der sich sicher ist, „dass er zum Nachdenken anregen wird“.

Das sehen viele Zuschauer ähnlich. Während viele Kinobesucher angeregt über den Krimi diskutieren, meint eine Frau: „Ich bin mir sicher, darüber wird man sprechen.“ Sabine Postel konnte nicht nach ihrer Meinung gefragt werden, sie musste krankheitsbedingt absagen.

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