Ein seetüchtiges Nordlicht

Das Ruder wechselt: Schauspieler Till Demtrøder wird im nächsten Jahr „Bootschafter“ der Seenotretter und löst Moderatorin Heike Götz ab. - Foto: DGzRS/Martin Stöver

Bremen - Von Jörg Esser. Till Demtrøder wird im neuen Jahr „Bootschafter“ der Seenotretter. Der Hamburger Schauspieler löst die NDR-Moderatorin Heike Götz ab. Das teilte die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), deren Zentrale an der Werderstraße in der Bremer Neustadt beheimatet ist, am Rande einer Schiffstaufe in Warnemünde mit.

Demtrøder (50) ist unter anderem durch seine Rolle in der ARD-Dauerserie „Großstadtrevier“ bekannt, in der er in 224 Folgen den Zivilfahnder Henning Schulz mimte. 2016 war er als „Old Shatterhand“ bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg zu sehen. Demtrøder sei ein „echtes seetüchtiges Nordlicht, das auch im Segelboot auf Nord- und Ostsee zu Hause ist“ und somit prädestiniert für den Job als „Bootschafter“ mit zwei „o“ , sagte DGzRS-Sprecher Christian Stipeldey.

Der Hamburger löst die NDR-Moderatorin Heike Götz (53, „Landpartie“) ab, die das auf der Rostocker Tamsen-Werft gebaute und für die Station Damp bestimmte Seenotrettungsboot auf den Namen „Nimanoa“ taufte. Mit diesem Namen sei ein Ehepaar gewürdigt worden, dessen Nachlass den Neubau ermöglicht hatte, sagte DGzRS-Vorsitzer Gerhard Harder. Die Segelyacht der beiden Hochseesegler habe ebenfalls diesen Namen getragen. „Nimanoa“ ist eine Sagengestalt der mikronesischen Mythologie, die Reisende auf See stets sicher zu ihrem Ziel navigieren lässt.

„Allzeit gute Fahrt und stets eine sichere Heimkehr“, wünscht Seenotretter-„Bootschafterin“ Heike Götz dem neuen Seenotrettungsboot „Nimanoa“. - Foto: DGzRS/Martin Stöver

Zurück zum „Bootschafter“ Demtrøder. Der reiht sich in eine lange Liste prominenter Namen ein – die Schauspieler Otto Sander, Uwe Friedrichsen, Jan Fedder und Markus Knüfken, die Rocksänger Klaus Lage und Achim Reichel, Liedermacher Reinhard Mey, Werder-Legende Thomas Schaaf, Kanu-Olympiasiegerin Birgit Fischer, Moderator Yared Dibaba und die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen fungierten bereits als ehrenamtliche Mitarbeiter der Seenotretter, um mit ihrer Popularität Menschen auf die oft gefahrvolle Arbeit der Rettungscrews aufmerksam zu machen. Schließlich finanziert sich die DGzRS seit ihrer Gründung im Jahr 1865 über Spendengelder.

Hinaus auf die raue See: Die Seenotretter haben in den ersten zehn Monaten dieses Jahres auf Nord- und Ostsee 58 Menschen aus akuter Seenot gerettet. Dies waren fünf mehr als im Vorjahreszeitraum, sagte Harder. Zusätzlich seien 419 Menschen aus drohender Gefahr befreit und 375 kranke oder verletzte Menschen von Schiffen oder Inseln zum Festland transportiert worden. 59 Mal haben die Rettungsflotte der DGzRS Schiffe vor dem Totalverlust bewahren.

Für die DGzRS arbeiten rund 180 festangestellte Mitarbeiter und 800 Freiwillige. Sie sind bis Oktober zu insgesamt 1 901 Einsätzen ausgelaufen. Hinzu kamen bislang mehr als 2 200 Kontrollfahrten, bei denen neben dem Revier auch die eigene Technik überprüft wurde. „Alle paar Tage überprüfen wir alles, was bei jedem Wetter funktionieren muss“, sagte Sprecher Stipeldey.

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