Seestadt will in einem neuen Gewerbegebiet gutes Wirtschaften und ökologisches Verhalten vereinen

Bremerhaven setzt auf „Green Economy“

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Setzt auf „Green Economy“: Melf Grantz.

Bremerhaven - Ein besonders nachhaltiges Gewerbegebiet, ein „Green Valley“, möchte Bremerhaven entwickeln. Dazu hat der Magistrat jetzt auf Vorschlag von Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) erste Beschlüsse gefasst.

Es wird daran gedacht, im Süden Bremerhavens unmittelbar am Naturschutzgebiet Luneplate ein ganz besonderes Gewerbegebiet zu erschließen, das als „Green Valley“ Pionierfunktion bekommen soll. Dort soll unter Berücksichtigung des „sensiblen Umgangs mit Natur und Landschaft“, wie es heißt, ein Gewerbegebiet entstehen, das wegweisend ressourcensparend sein soll. Spezielle Umweltschutzauflagen bis hin zu nachhaltiger Ver- und Entsorgung, Energieeinsparung und regenerative Energieerzeugung sollen bereits im Bebauungsplan festgeschrieben werden. 

In dem neuen Gewerbegebiet sollen verschiedene „grüne“ Komponenten festgeschrieben werden, zum Beispiel eine dezentrale Energieversorgung mit Blockheizkraftwerken, extensive Begrünung der Gebäudedächer, Regenwasserrückhaltung, Erschließung durch Nahverkehr, Carsharing für Unternehmen, Minimierung der Lichtemissionen, Brauchwassernutzung, Abfallvermeidung, ganzheitliche Reststoffverwertung, Radwege. Neben diesen ökologischen Aspekten gehört die Ausweisung von Flächen für eine soziale Infrastruktur mit arbeitsplatznaher Krippe und Kita sowie arbeitsplatznahen Flächen für Regeneration, Sport und Erholung zum Plan. „Ziel ist es, die anzusiedelnden Unternehmen in ‚Green Valley’ zur Umsetzung von sehr hohen Umwelt- und Naturschutzstandards bei der Errichtung und dem Betrieb der Gewerbeimmobilien zu bewegen“, so Grantz. „Wir wollen zeigen, dass gutes Wirtschaften und ökologisches Verhalten möglich sind und neue Wege zu einer Ökonomie der Zukunft aufzeigen.“ Dazu gehöre auch eine verkehrsökologisch innovative Erschließung und eine auf gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf abgestellte Infrastruktur. Grantz sieht in dem Projekt „eine hervorragende Ergänzung unseres Wirtschaftsstandorts als Klimastadt“.

Für Bremerhaven als größte Industriestadt an der deutschen Nordseeküste mit Alfred-Wegener-Institut, Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik, Klimahaus und Offshore-Windindustrie, aber auch mit der auf Nachhaltigkeit angewiesenen Lebensmittelwirtschaft und vielen anderen Unternehmen seien die Startvoraussetzungen in der Green Economy gut.

Der Magistrat geht davon aus, dass das Konzept zu 75 Prozent im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ gefördert werden kann. Der Planungszeitraum umfasst vier Jahre und soll bis 2018 abgeschlossen sein.

Die Stadt Bremerhaven bringt 200 000 Euro ein, die in vier jährlichen Tranchen im Haushalt bereitgestellt werden sollen. Melf Grantz geht davon aus, dass nach dem Magistrat auch die weiteren politischen Gremien dem Konzept zustimmen.

gn

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