1900 Einsätze für die Seenotretter

Bremen - Wenn Menschen auf der Nord- oder Ostsee in Not geraten, fahren die Seenotretter los. Von Januar bis Oktober wurden die meist freiwilligen Helfer der DGzRS weniger oft gerufen als im Vorjahreszeitraum.

Die Seenotretter waren in diesem Jahr knapp 1900 Mal auf der Nord- und Ostsee im Einsatz. Die Helfer retteten von Januar bis Oktober insgesamt fast 500 Menschen und brachten mehr als 300 Mal Erkrankte oder Verletzte von Schiffen oder Inseln zum Festland, wie der Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), Christian Stipeldey, am Donnerstag in Bremen berichtete. Zudem schleppten sie zahlreiche Wasserfahrzeuge ab und bewahrten Schiffe und Boote vor dem Untergang. Dass es rund 100 Einsätze weniger als im Vorjahreszeitraum gab, nannte Stipeldey eine natürliche Schwankung. „Es war ein durchschnittliches Einsatzjahr. Wir sind von größeren Katastrophen verschont geblieben.“

Die meisten Einsätze gab es mit 679 an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste. An der mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste fuhren die Seenotrettungskreuzer und -boote 503 Mal los, um etwa Menschen aus Seenot oder anderen Gefahrensituationen zu retten. An der niedersächsischen Nordseeküste gab es 497 Einsätze und an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste 213 Einsätze. „In vielen Fällen griffen die Seenotretter frühzeitig ein und begrenzten so Schäden bereits im Vorfeld“, teilte die DGzRS mit.

Als Beispiel für einen besonderen Einsatz nannte Stipeldey die Rettung einer Frau, die im März mit ihren zwei kleinen Kindern vor der Ostküste Amrums in Gefahr geraten war. Die Mutter, die ihr Baby auf dem Rücken trug, sei mit einem Bein bereits bis zum Oberschenkel im Meeresboden eingesunken gewesen, erzählte er.

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger ist nach eigenen Angaben einer der modernsten Seenotrettungsdienste der Welt. Sie finanziert ihre Arbeit ausschließlich durch Spenden und freiwillige Zuwendungen. Ehrenamtliche „Bootschafterin“ ist in diesem Jahr die Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Im kommenden Jahr wird der Schauspieler Markus Knüfken als Seenotretter-„Bootschafter“ für die Arbeit der Organisation werben. Knüfken (50) ist unter anderem aus der ZDF-Krimserie „Notruf Hafenkante“ bekannt.

Für die DGzRS sind rund 1000 Seenotretter aktiv, darunter sind mehr als 800 Freiwillige. Etwa 180 Menschen sind fest angestellt. Seit der Gründung der DGzRS vor 150 Jahren haben die Seenotretter insgesamt knapp 82 200 Menschen gerettet.

dpa 

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