Seenotretter legen Bilanz vor: 500 Menschen aus Nord- und Ostsee gerettet

Ein Jahr ohne Katastrophen

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Stellvertretend für die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen posieren der Oboist Ulrich König (v.l.) die Flötistin Ulrike Höfs und der Trompeter Bernhard Ostertag in der Werft der Seenotretter in der Bremer Neustadt vor einem Tochterboot des Seenotrettungskreuzers „Vormann Jantzen“. Das Orchester ist in diesem Jahr ehrenamtlicher „Bootschafter“ der DGzRS.

Bremen - Von Jörg Esser. Rund 500 Menschen haben die Besatzungen der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in den ersten zehn Monaten dieses Jahres aus Seenot gerettet und aus drohender Gefahr befreit. Die rund 60 Seenotrettungskreuzer liefen zu 1892 Einsätzen in Nord- und Ostsee aus. „Es war ein durchschnittliches Einsatzjahr ohne größere Katastrophen“, sagte gestern DGzRS-Sprecher Christian Stipeldeyin der Zentrale der Seenotretter in Bremen.

Zum Vergleich: In den ersten zehn Monaten des Jahres 2014 wurden knapp 2000 Einsätze mit 700 Gerettenen registriert. „Die aktuelle Wassersportsaison war deutlich ruhiger, es gab weniger Sturmwochenenden“, sagte Stipeldey.

Die Seenotretter haben von Januar bis Oktober dieses Jahres nicht nur besagte rund 500 Menschen aus dem Wasser gezogen, sondern auch 48 Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt, 317 erkrankte und verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln und Halligen zum Festland transportiert sowie 886 Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge erbracht. „Das ist doch eine stolze Bilanz“, sagte Ulrich König, Oboist und Mitglied des Orchestervorstands der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, die im Jubiläumsjahr ehrenamtlicher „Bootschafter“ der Seenotretter ist. Haupteinsatzgebiet war in diesem Jahr bislang die schleswig-holsteinische Ostseeküste (679 Einsätze) vor der mecklenburg-vorpommerschen Ostseeküste (503), der niedersächsischen Nordseeküste (497), und der schleswig-holsteinischen Nordseeküste (213).

Den 150. Geburtstag hat die DGzRS vor allem an Land gefeiert. Mit ihrem Schirmherrn, Bundespräsident Joachim Gauck, und dessen Partnerin Daniela Schadt, die am 29. Mai auf dem Bremer Marktplatz das Seenotrettungsboot „Henrich Wuppesahl“ taufte. Das Boot der 9,5-/10,1-Meter-Klasse ist jetzt in Neustadt in Holstein stationiert.

Einen Tag später ist in Bremerhaven das erste Typschiff der neuen 28-Meter-Klasse getauft worden – auf den Namen „Ernst Meier-Hedde“. Es hat auf Amrum die „Vormann Leiss“ ersetzt. Vor wenigen Tagen sei das zweite Schiff der Serie auf der Fassmer-Werft an der Unterweser auf Kiel gelegt worden, sagte Stipeldey. Es soll zum Jahreswechsel 2016/17 in Laboe die „Berlin“ ersetzen und ebenfalls „Berlin“ heißen. Und die Flotte wird weiter erneuert: Die Kiellegung für den dritten Neubau der 28-Meter-Klasse ist in wenigen Monaten geplant. Das Schiff soll im Frühjahr 2017 abgeliefert werden, heißt es.

Die DGzRS finanziert sich bekanntlich seit ihrer Gründung ohne öffentliche Mittel, nur aus Spendengeldern und Förderbeiträgen. 2014 wurden 20,8 Millionen Euro erzielt. Für das Jubiläumsjahr liegen noch keine Zahlen vor. In den 14000 Sammelschiffchen der DGzRS landeten 2014 rund 920000 Euro, ergänzte Stipeldey.

Für die DGzRS sind rund 1000 Seenotretter aktiv, darunter sind mehr als 800 Freiwillige. Etwa 180 Menschen sind fest angestellt.

Neuer „Bootschafter“ der Seenotretter wird 2016 der Schauspieler Markus Knüfken – 50 Jahre alt, gebürtiger Essener, der in Hamburg lebt, und bekannt aus Rollen in „Die Landärztin“ und „Notruf Hafenkante“.

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