Seenotkreuzer „Minden“ hilft Menschen in Seenot vor Lesbos

Erster Einsatz: Bremer retten 57 Menschen

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Vor dem ersten Einsatz: Ein griechischer Priester segnet den deutschen Seenotrettungskreuzer „Minden“ im Hafen von Mytilini auf der Insel Lesbos.

Bremen - Der Seenotrettungskreuzer „Minden“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist gestern zum ersten Mal vor der griechischen Insel Lesbos im Einsatz gewesen.

Dabei haben die Bremer Seenotretter in der Ägäis 57 Menschen aus Seenot gerettet, darunter 20 Kinder. Im Rahmen eines zeitlich befristeten internationalen Einsatzes unterstützen die deutschen Seenotretter derzeit ihre griechischen Kollegen (wir berichteten). Wie ein Sprecher berichtete, alarmierte das „Joint Rescue Coordination Centre“ (JRCC) Piräus, die griechische Seenotleitung, die „Minden“ gestern gegen

6 Uhr. Bei den Geretteten handelt es sich den Angaben zufolge überwiegend um syrische Flüchtlinge. Sie wurden auf Veranlassung der Seenotleitung im Hafen von Mytilini an die griechischen Behörden übergeben.

Am Sonntag war der Seenotrettungskreuzer bei einer feierlichen Zeremonie von einem griechischen Priester gesegnet worden. Daran nahmen unter anderem Vertreter der griechischen Küstenwache und der Freiwilligen-Organisation „Hellenic Rescue Team“ sowie der Leiter des Rettungsdienstes und Geschäftsführer der DGzRS, Kapitän Udo Helge Fox, teil. Einen Tag vorher war die erste Einsatzcrew auf Lesbos eingetroffen. Gefahren wird der Kreuzer von Seenotrettern der Bremer DGzRS, die sich für diesen Einsatz freiwillig gemeldet haben. Vormann ist derzeit Ulrich Fader von der DGzRS-Station Bremerhaven.

Die DGzRS und weitere nordeuropäische Seenotrettungsgesellschaften beteiligen sich an einem zeitlich befristeten internationalen Einsatz in der Ägäis. Der Einsatz ist Teil der Initiative „Members assisting Members“ der „International Maritime Rescue Federation“ (IMRF). In ihr sind 125 Organisationen aus 48 Ländern zusammengeschlossen. Ziel des Einsatzes ist Hilfe zur Selbsthilfe: Die Mitglieder wollen die Griechen unterstützen und ein Team ausbilden. Das soll mittelfristig die griechische Küstenwache entlasten, wie es heißt. Die „Minden“ war 2014 nach 28 Einsatzjahren außer Dienst gestellt und verkauft worden. Der heutige Eigner stellte das Schiff für den Ägäis-Einsatz unentgeltlich zur Verfügung.

gn

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