„Festival Maritim“ in Vegesack: 32 Bands geben 150 Konzerte auf neun Bühnen

Seemannsgarn nach Noten

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Klaus Lerches „Vegesacker Junge“.

Bremen - Von Jörg EsserVegesack wird am Wochenende wieder zum Mekka für Seemusiker aus aller Welt. 32 Bands und Chöre interpretieren beim „Festival Maritim“ auf neun Bühnen in mehr als 150 Konzerten Seemannsgarn nach Noten. „Es wird bibbern und hämmern“, sagt Cheforganisator Fritz Rapp vom Vegesacker Marketing-Verein. Und kündigt Shantys, fetzigen Folk rock, keltische Volksmusik, deftige Trinklieder und Balladen an.

Die Organisatoren sprechen von einem deutschlandweit „einzigartigen Open-Air-Spektakel“. Die „Seamusic-Szene“ trifft sich an der „maritimen Meile“ entlang dem Stadtgarten (die exakt 1 852 Meter, also eine Seemeile, lang ist), rund um den Hafen, am Utkiek und in der Vegesacker Innenstadt. Zugesagt haben Musikformationen aus Deutschland, England, Frankreich, Holland, Australien, Österreich, Polen, Rumänien und Ungarn. Mit einem ganz starken Aufgebot sind die „Oranjes“ vor Ort – und das Königreich Niederlande ist auch Partnerland der Veranstaltung. Auch der Eröffnungsabend der 15. Auflage des „Festivals Maritim“ segelt am Freitag, 2.  August, ab 19  Uhr unter holländischer Flagge. Mit dabei ist Generalkonsul Hylke Boestra.

Zu den musikalischen Gästen aus dem Nachbarland zählt unter anderem die Männergruppe „Armstrongs Patent“ aus Appingedam, die sich auf „raue Seemannslieder“ spezialisiert hat. Die Folkband „Harmony Glen“ zählt zu den Newcomern beim Festival im Bremer Norden.

Sjoerd, Nienke, Dominique, Vincent, Mike und Niels haben irisch-keltische Folklore im Gepäck. Das Sextett will mit einer „emotional geprägten Bühnenshow“ punkten. „Fithy Nelly“ wiederum mixen Irish Folk und Balkan-Punk. Den weitesten weg zum Festival legt „The Wishing Well“ zurück. Die Australier wollen eine „außergewöhnliche Bandbreite von Emotionen wecken“. In der Vorschau heißt es: „Dreistimmige Harmonien, eine wehmütige Geige und majestätische Rhythmen verschmelzen mit starken, fast schmerzhaft eindringlichem Gesang.“ Klingt dramatisch.

Peter Siemering, Chef der Bremer Touristik-Zentrale, bezeichnet das Festival als wichtigen Faktor bei der Vermarktung der Hansestadt als maritimer Standort. Simering weiter: „Wir setzen auf Marketing, das Füße in Bewegung setzt.“ Das sollte funktionieren. Rapp jedenfalls erwartet von Freitag bis Sonntag, 4.  August, bis zu 100 000 Besucher in Vegesack.

Neben Live-Musik auf Bühnen, Straßen und in Kirchen gibt es ein buntes Rahmenprogamm. Ausstellungen bekannter Künstler zählen dazu, Kutterpullen auf der Weser, Wasser- und Lichtinstallationen. „Captain Säbelzahn“ verspricht am Museumshafen im „Kinder-Piratenland“ Spiel und Spaß für die ganze Familie. Der Bildhauer Klaus Lerche hat einen „Vegesacker Jungen“ als zentrale Figur für die Ausstellung geschaffen – blau-weiß, zwei Meter groß, 100 Kilo schwer, gefertigt aus dem Stamm einer Esche.

Zum Abschluss des Festivals treffen sich am Sonntag die Musikgruppen zum Shanty-Slam auf der Bühne. Und gegen 22 Uhr soll ein großes Höhenfeuerwerk gezündet werden.

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