Sebastian Butte im Interview

„Schlacht der Dichter“

+
Sebastian Butte moderiert und veranstaltet das „Slammer Filet“. 

Bremen - Von Pascal Faltermann. Gesang, Requisiten und Hilfsmittel sind verboten. Die Texte müssen selbstgeschrieben sein, wenn das Licht angeht und der Poet fünf Minuten hat, um eine Jury von sieben zufällig ausgewählten Personen zu überzeugen – so läuft das beim „Slammer Filet“.

Die „Schlacht der Dichter“ gibt es morgen, Freitag, um 20 Uhr zum ersten Mal im Bremer Schlachthof. Moderator und Veranstalter Sebastian Butte spricht über das Weihnachtsspecial im Interview.

Deutschsprachiger Teammeister, Rekordsiegerin des „Slammer Filets“, Deutscher Meister – die Liste für das „Slammer-Filet-Weihnachtsspecial“ ist lang. Wie bekommen Sie diese Größen nach Bremen?

Sebastian Butte: Das geht meist über persönliche Kontakte. Die Szene ist gut vernetzt, so dass es letztlich darauf ankommt, frühzeitige Terminabsprachen zu treffen. Hinzu kommt, dass unser Slam über die Jahre auch bundesweit eine Institution geworden ist. Die meisten Künstler kommen gerne, und ein guter Ruf macht es einfacher.

Es wird der größte Poetry Slam, den Bremen bisher gesehen hat. Wie haben Sie das eigentlich geschafft?

Butte: Wir wollten neben dem Open-Air-Slam im Sommer, den wir seit 2009 in der Arena des Schlachthofs veranstalten, auch im Winter ein Highlight setzen. Dank der guten Erfahrungen mit den wunderbaren Leuten vom Kulturzentrum probieren wir dieses Mammut-Projekt nun aus.

Wie hat das angefangen?

Butte: Ende 2007, Anfang 2008 haben wir uns überlegt, neben dem alten, eher regional geprägtem Kult-Slam im Lagerhaus einen zweiten regelmäßigen Poetry Slam in Bremen ins Leben zu rufen. Dass wir dann im „Tower“ gelandet sind, von Anfang an das Publikum da war und das Ganze so einschlägt, hätten wir damals nicht erwartet.

Lachen, schreien, jubeln, weinen? Welche Emotionen haben Sie bei einem Slam?

Butte: Eigentlich alles davon! Dieses Wechselbad ist das Schöne bei einem Slam: Ein Künstler bringt witziges Storytelling und der nächste berührende Lyrik. Ich erinnere mich an einen Slam vor ein paar Jahren, als bei einem Poeten das Publikum fünf Minuten gebrüllt hat vor Lachen und man beim unmittelbar folgenden Text, der ernst war, eine Stecknadel hätte fallen hören.

Dieses Mal sind Sie Veranstalter. Wollen Sie nicht selbst auf die Bühne?

Butte: Ich bin ja selbst auf der Bühne, da ich die Ehre haben werde, diesen hoffentlich grandiosen Abend zu moderieren. Und mal abgesehen davon trete ich bundesweit selbst als Poet bei zahlreichen Slams an, wobei mir das Veranstalten fast mehr Spaß macht.

Wie erklären Sie sich die Faszination des Slams?

Butte: Wie schon gesagt: Die Abwechslung und die Vielfalt, die man präsentiert bekommt, macht, denke ich, eine Menge aus. Wenn einem ein Text nicht gefällt, geht es nach wenigen Minuten mit einem anderen weiter. So kann es nie langweilig werden. Da die Szene in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist, ist die Qualität auf der Bühne auch wirklich hochwertig. Da sind richtig gute Künstler am Werk, und das registriert das Publikum auch. Zudem ist die Interaktivität des Formats ein Pluspunkt, die Leute dürfen ja selbst abstimmen, wen sie am besten fanden. Und: Das Format ist offen, prinzipiell kann jeder mitmachen, der sich auf die Bühne traut!

Warum machen Sie die ganze Sache? Ruhm, Ehre, Geld, Frauen?

Butte: (lacht): Ich mache das – und da spreche ich stellvertretend für das ganze Team – weil es einfach Spaß macht. Man lernt tolle Menschen kennen und kann ein wenig stolz sein, die Kulturszene zu bereichern. Dass ich meine Freundin ebenfalls beim Slam kennengelernt habe, verschweigen wir an der Stelle vielleicht mal ...

Der wievielte Slam ist das in Bremen?

Butte: Es ist, wenn wir von Sonderveranstaltungen auf Festivals oder Ähnlichem absehen, das 58. Slammer Filet.

Dieses Jahr der Schlachthof, was kommt 2014? Pier 2? Stadthalle?

Butte: Die Stadthalle hat sogar vor ein paar Jahren mal lose angefragt, als das Finale der deutschsprachigen Meisterschaften 2011 in der Hamburger O2-Arena stattfand. Aber ernsthaft: Eine ausverkaufte Kesselhalle wäre schon großartig genug. Und irgendwann dann vielleicht mal ins Goethe-Theater, das wäre atmosphärisch nochmal eine ganz andere Facette.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

23. Internationales Beeke-Festival in Scheeßel

23. Internationales Beeke-Festival in Scheeßel

Unwetterfront stört Freiluftfeste

Unwetterfront stört Freiluftfeste

Schützenfest Twistringen - der Auftakt am Samstag

Schützenfest Twistringen - der Auftakt am Samstag

Göpel-Einweihung am Fuß des Bramstedter Glockenturms

Göpel-Einweihung am Fuß des Bramstedter Glockenturms

Meistgelesene Artikel

Bremen-Olé im Ticker: 12.000 Besucher feiern bei Regen und Sonnenschein

Bremen-Olé im Ticker: 12.000 Besucher feiern bei Regen und Sonnenschein

Teilweise altersschwach: Lesumbrücke der A27 bleibt teilgesperrt

Teilweise altersschwach: Lesumbrücke der A27 bleibt teilgesperrt

Geschichten von der Großwerft

Geschichten von der Großwerft

A1-Anschluss Arsten gesperrt: Arbeit in vier Abschnitten vor Vollendung

A1-Anschluss Arsten gesperrt: Arbeit in vier Abschnitten vor Vollendung

Kommentare