Böhrnsen fordert Bundeskoordinator / Gipfeltreffen der Windenergie-Branche

Mit Schwung in die Wende

Der Ausbau der Offshore-Windenergie dürfe nicht weiter verzögert werden, waren sich gestern die Teilnehmer eines Gipfeltreffens mit Vertretern aus Politik und von der Windenergie-Agentur Bremerhaven/Bremen (WAB) einig. ·
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Der Ausbau der Offshore-Windenergie dürfe nicht weiter verzögert werden, waren sich gestern die Teilnehmer eines Gipfeltreffens mit Vertretern aus Politik und von der Windenergie-Agentur Bremerhaven/Bremen (WAB) einig. ·

Bremen - Von Sönke MöhlMit der Offshore-Windenergie verbinden sich große Hoffnungen für die Energiewende und neue Arbeitsplätze in strukturschwachen Küstengebieten. Doch es hakt zunehmend. Branchenvertreter und der Bremer Senat fordern deshalb mehr Unterstützung aus Berlin.

Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) fordert einen Bundeskoordinator für die Energiewende. „Wir hören von einem Zuständigkeits-Wirrwarr der Bundesministerien, von schwierigen und langwierigen Genehmigungsverfahren. Deshalb fordern wir einen Koordinator für die Energiewende auf Bundesebene, damit Schwung in die Wende kommt“, sagte Böhrnsen gestern nach einem Gipfeltreffen mit Vertretern der Windenergie-Agentur Bremerhaven/Bremen (WAB) in Bremen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) solle über die Rettung Europas und ihrer Koalition die Zukunftschancen des deutschen Nordens nicht vergessen, mahnte der Bürgermeister. Die Branche brauche ein weiteres Sonderprogramm der KfW-Bank für Häfen, Schiffe und Netzinfrastruktur, damit der Ausbau der Offshore-Windenergie nicht weiter verzögert werde.

Nach Ansicht von Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) hapert es besonders an der Netzanbindung der Parks. „Damit ist die Planungssicherheit für die Unternehmen, die weiter investieren wollen, nicht gegeben.“ 80 Prozent seien mittelständische Unternehmen. „Die Summen, die investiert werden müssen, sprengen alle Dimensionen, die sie bisher gekannt haben“, sagte der Senator. Die Unternehmen bräuchten größere Sicherheit und die Unterstützung der Politik.

In Deutschland arbeiten derzeit rund 14 000 Beschäftigte im Bereich der Offshore-Windindustrie. Die Branche setzt rund sechs Milliarden Euro im Jahr um. Alleine im Nordwesten arbeiten 5 000 Menschen in diesem Bereich.

Auch küstenferne Bundesländer haben einen erheblichen Anteil an der Wertschöpfung. „Mit diesen enormen Aufgaben und Ausgaben darf die mittelständische Wirtschaft nicht alleingelassen werden“, sagte der Chef der Reetec GmbH, Detlef Lindenau. In der WAB sind mehrere hundert Unternehmen der Branche organisiert.

Die Diskussion um die Verzögerungen beim seeseitigen Netzanschluss führe bei Investoren von Offshore-Windparks, Herstellern, der Zulieferindustrie und der gesamten maritimen Wirtschaft zu Verunsicherungen, waren sich die Teilnehmer des Gesprächs einig.

Vor wenigen Tagen hatten Unternehmen wie der Energieriese RWE und der Netzbetreiber Tennet vor Verzögerungen beim Ausbau von Offshore-Windenergieparks gewarnt. Mit einem Auftragsvolumen von 5,5 Milliarden Euro sei eine finanzielle Kapazitätsgrenze erreicht, hieß es von Tennet. Das Unternehmen ist für den Stromanschluss der geplanten Nordsee-Windparks zuständig. Das Thema Offshore-Windenergie steht auch heute auf der Tagesordnung einer gemeinsamen Kabinettssitzung von Niedersachsen und Bremen in der Hansestadt. · lni

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