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Schwergut-Messe „Breakbulk Europe“: Netzwerkarbeit im großen Stil

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Aus Legosteinen gebaut ist dieses Modell des Mannheimer Schwergutterminals. Betreiber ist das Unternehmen Geka-Maschinenhandel aus Barsbüttel bei Hamburg, dessen Chef Jürgen Klaus auf der „Breakbulk“ am Modell steht. „Lego wurde ursprünglich für Architekten entwickelt“, so der Schwergut-Spezialist über den Terminal-Nachbau aus den bunten Steinen. 

Bremen – Hochbetrieb in den Messehallen 4 bis 7 auf der Bürgerweide, wo sich noch bis Donnerstag ein internationales Publikum tummelt. Englisch ist die vorherrschende Sprache, Logistik im großen Maßstab das gemeinsame Thema. Zum zweiten Mal ist Bremen Schauplatz der weltgrößten Stückgutmesse „Breakbulk Europe“.

Worum geht es hier?

Um alles, was nicht in Container passt – um Schwer- und Stückgut. Der Transport von Windkraftanlagen und großen Maschinen, Stahlerzeugnissen, großen Fahrzeugen und Forstprodukten erfordert besondere logistische Lösungen – oftmals maßgeschneidert für das jeweilige Projekt. Und oftmals mit viel „Handarbeit“ und Personaleinsatz verbunden, weil sich etliche Abläufe nicht wie im Containerverkehr standardisieren lassen. „Breakbulk“ ist nicht allein der Messename, sondern auch der englische Fachbegriff für diese Art von Fracht.

Warum ist die Messe für Bremen wichtig?

„Bremen und Bremerhaven sind zusammen der volumenmäßig größte ,Breakbulk‘-Hafen Deutschlands“, so Bürgermeister Carsten Sieling (SPD). Die Schwerlast-Spezialisten sitzen vor allem im Neustädter Hafen. Papierrollen für die Zeitungsproduktion, Pipeline-Rohre, Holz – all das und einiges mehr wird hier verladen, kommt hier an oder geht von hier aus in die Welt. Zudem ist die Großveranstaltung ein Imagegewinn für den Hafenstandort Bremen. Bevor die Bremer das Messe-Schwergewicht an Land zogen, war die „Breakbulk“ in Antwerpen.

Wie profitiert Bremen noch von der „Breakbulk“?

Die von der international agierenden Messegesellschaft ITE (Sitz: London) organisierte Messe vereint mehr als 550 Aussteller und 11 000 Besucher aus aller Welt – Rekord, wie es heißt. Und in der Stadt zu sehen. Auf dem Marktplatz, an der Schlachte: überall „Breakbulk“-Gruppen. Die Hoteliers freuen sich; manche Innenstadt-Lokale sind seit Wochen ausgebucht. „Unsere Innenstadt kann sich als touristischer Hotspot zeigen und dieses Großevent wird für den Einzelhandel und die Gastronomie positiv spürbar sein“, sagt Wirtschafts- und Häfensenator Martin Günthner (SPD) denn auch.

Was ist das Herz der „Breakbulk“?

Ganz eindeutig: Kommunikation. Das macht schon der Geräuschpegel in den Messehallen deutlich: Gespräche, Gespräche, Gespräche. In der globalisierten und durchdigitalisierten Logistikwelt geht offenbar doch nichts über den persönlichen Kontakt: „Networking“ – Netzwerkarbeit – wird hier ganz groß geschrieben. Dabei herrscht ein freundlicher Ton. Auf den Namensschildern der Fachbesucher sind die Vornamen größer als die Nachnamen geschrieben. Das baut Distanz ab, schafft Nähe in der „Breakbulk-Community“.

Wie präsentiert sich Bremen selbst?

Die Hafenmanagementgesellschaft Bremenports hat einen Gemeinschaftsstand für das bremische Messe-Heimspiel organisiert – etwa 30 Aussteller werben hier für Stück- und Schwerguttransportlösungen an der Weser. „Zeamarine“, das zur Bremer „Zeaborn“-Gruppe (Kurt Zech) gehört, präsentiert sich in Halle 5 gleich neben dem Bremen-Stand. Der Hafendienstleister „J. Müller Weser“ hat seinen Stand in Halle 4.

Wie sieht es mit Niedersachsen aus?

Die „Seaports of Niedersachsen“ haben ihren Auftritt ebenfalls in Messehalle 5. Mit vereinten Kräften werben hier Brake und Cuxhaven, Emden und Leer, Nordenham und Oldenburg sowie Papenburg, Stade und Wilhelmshaven für ihre Leistungen in den Bereichen Stückgut, Schwergut und „High and heavy“ (hoch und schwer).

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