Bremer Landesbank: Gewinn nach Steuern sinkt auf fünf Millionen Euro

Die schwere Last der Schiffe

Baustelle Bremer Landesbank – das Gerüst vor der erhaltenen historischen Fassade am Liebfrauenkirchhof ist bereits abgebaut, das Gerüst am Neubau zur Domshof-Seite steht noch. Eröffnet wird das Bauwerk im August. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Das liegt weit unter unseren Erwartungen. Das kann uns nicht zufriedenstellen“, sagt Landesbank-Vorstandschef Dr. Stephan-Andreas Kaulvers über das Eregbnis des vergangenen Jahres. Das Haus hat mit der anhaltenden Schiffskrise zu kämpfen. Der Jahresüberschuss nach Steuern sank von 31 Millionen Euro (2014) auf nunmehr fünf Millionen Euro. Für das laufende Jahr schließt der Vorstand auch einen Verlust nicht aus.

Nicht zufriedenstellend, aber dennoch eine Leistung, sagt Kaulvers mit Blick auf 2015. In den Jahren der Finanz- und Schiffskrise sei es der Bremer Landesbank bislang stets gelungen, in der Gewinnzone zu bleiben – im Gegensatz zu vielen anderen Häusern. Gleichwohl drückte im vergangenen Jahr eine Risikovorsorge von 341 Millionen Euro auf Bilanzergebnis und Gemüt. 2014 hatte die Risikovorsorge auch schon bei 271 Millionen Euro gelegen – in beiden Jahren fast ausschließlich für Schiffe. Die Landesbank, so Kaulvers, geht davon aus, dass es auch im laufenden Jahr „keine nachhaltige Erholung“ im „für uns so relevanten Schiffsgeschäft“ geben wird.

Was also tun? Das Schiffsgeschäft nicht überstürzt, wohl aber mit Umsicht zurückfahren – so lautet jetzt der Kurs. Die entsprechenden Anstrengungen sollen nicht bloß fortgeführt, sondern „intensiviert“ werden. Kaulvers: „Das ist eine Pflichtübung für uns. Dieses Portfolio ist nicht nur belastend, sondern auch zu groß.“ Andere Geschäftsfelder sollen es schritt- und teilweise ausgleichen.

Die Bank hat das Schiffsportfolio 2015 sukzessive auf 648 Schiffe reduziert (Vergleich: 749 zum 31. Dezember 2014). „Währungskursbereinigt bedeutet dieses einen Abbau von rund 300 Millionen Euro; dieser Effekt wurde jedoch durch die Dollaraufwertung kompensiert“, hieß es gestern.

Im Finanzierungsportfolio der Landesbank machen die Schiffe – grob gesagt – etwa ein Drittel aus. Der Anteil soll auf ein Viertel sinken, hieß es gestern. Die ebenfalls schon starken Bereiche Erneuerbare Energien und regionale Unternehmenskunden sollen weiter wachsen. Ausbaupotenzial sieht der Vorstand unter anderem auch bei Sozial-immobilien – sprich: beispielsweise bei der Finanzierung von Pflegeheimen. Kaulvers: „Das ist ein sehr solides Geschäft.“ Im Neugeschäftsvolumen von insgesamt 514 Millionen Euro entfielen im vergangenen Jahr 156 Millionen Euro auf Sozialimmobilien.

2015, so der Vorstandsvorsitzende weiter, sei es gelungen, die harte Kernkapitalquote „aus eigener Kraft“ von 8,02 Prozent auf 10,76 Prozent zu steigern. Der Zinsüberschuss (vor Risikovorsorge) sei 2015 mit 413 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr „operativ konstant“ geblieben.

Im „Private Banking“ wurde das verwaltete Kundenvermögen um etwa 275 Millionen Euro gesteigert, was einem Zuwachs von zwölf Prozent entspricht. Bei den Erneuerbaren Energien (speziell: Wind Onshore) schlug das Neugeschäft mit 892 Millionen Euro zu Buche.

Von den Windparks zurück in die Bremer Innenstadt – der Landesbank-Neubau am Domshof liege im geplanten Zeit- und auch im geplanten Kostenrahmen, so Vorstandsmitglied Dr. Guido Brune. Das Gerüst wird schrittweise abgebaut, von der erhaltenen und in den Neubau integrierten historischen Fassade am Liebfrauenkirchhof ist es bereits verschwunden. Der Bauzaun wird voraussichtlich im Juni abgebaut. Ebenfalls im Juni beginnen die ersten Umzüge. Die entsprechenden Verträge mit den Umzugsunternehmen sind unterschrieben.

Eröffnet wird der Neubau (inklusive Kundenbereich) dann – so die Planung – am Montag, 8. August. Zur offiziellen Einweihung wird Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne) erwartet.

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