Schutzhauben und Pilzwurzeln

Landeswettbewerb „Jugend forscht“: Fünf erste Preise vergeben

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Ein 3-D-Baukastensystem für Schallschutzhauben für Schiffsmotoren brachte Jana Franz den ersten Platz im Bereich Arbeitswelt beim Landeswettbewerb „Jugend forscht“ in Bremen.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Bläschen im Treibstoff oder in anderen Flüssigkeiten sind ein Problem in der Raumfahrtbranche. Ein Lösungsansatz fiel drei Schüler aus dem Profil Luft- und Raumfahrt am Gymnasium Vegesack ein, als sie sahen, wie ein Mitschüler mit einer Flasche spielte: Vithusa Thirunavukarasu, Melanie Brehmer und Burak Emir Kosar bekamen für ihr Projekt „Wirbel im Tank“ beim Bremer Landeswettbewerb von „Jugend forscht“ den ersten Preis im Fachgebiet Physik.

83 Jugendliche zeigten am Freitag insgesamt 46 Arbeiten in der Bremenhalle des Flughafens. Erstmals waren mehr Mädchen als Jungen dabei. Landeswettbewerbsleiter Carsten Pieper freut sich über eine Spitzenbeteiligung in Bremen: 0,7 Prozent der Bremer Schüler hätten beim Wettbewerb mitgemacht. Insgesamt wurden fünf erste Plätze vergeben.

Die 18 Jahre alten Schüler vom Gymnasium Vegesack haben beim Projekt „Wirbel im Tank“ das Verhalten von Wirbeln unter normalen Bedingungen und unter Schwerelosigkeit verglichen. Ihre Versuchsanordnung ist kompakt. Ein Behälter mit Wasser, darin rotiert ein Magnet und erzeugt den Wirbel. Das Wasser wird nach außen gedrückt, die Luft bleibt innen und erzeugt unter Normalbedingungen einen nach unten enger werdenden Trichter, ähnlich einer Windhose. Etwas anders verhält es sich bei Schwerelosigkeit: Die Luftsäule ist oben und unten gleich dick, ähnlich einem Rohr. Solche Wirbel sind interessant, weil sich in ihnen keine Bläschen bilden. Flüssigkeit und Sauerstoff werden getrennt.

Kolja Diehl (16) von der Gesamtschule Bremen-Mitte klebt mit Pilzen. Dafür bekommt er den ersten Preis im Fachgebiet Technik. Der zu verklebende Werkstoff: Lignin, ein Bestandteil von Holz. „Ich impfe das Substrat mit Pilzwurzeln“, sagt der 16-Jährige. „Pilzwurzeln dringen zahlreich in die Partikel ein wie Bohrer.“ Das alles geschieht in Wasser, das Diehl nach einiger Zeit entzieht, wodurch sich die Wurzeln versteifen. „Es entsteht ein Netzwerk, die Partikel verkleben“, sagt Diehl.

Jan Schuster (18), Student der Chemie an der Jacobs- Universität, hat einen Prozess entwickelt, mit dem seltene Erden aus Elektronik-Altgeräten recycelt werden können und dafür den ersten Preis im Gebiet Chemie bekommen. Er löste Magneten, wie sie in Smartphones, Festplatten und E-Autos verbaut sind und die die seltene Erde Neodym enthalten, in Salpetersäure auf. Dann gab er ein selbstentwickeltes Trägermedium hinzu. Die Moleküle des Trägermediums haben eine Donut-Form, in der Mitte befindet sich ein Loch. „Da können verschiedene Atome angebaut werden“, sagt Schuster.

Jana Franz (19) vom Technischen Bildungszentrum hat ein Baukastensystem entwickelt, mit dem am Computer 3-D-Modelle von Schallschutzhauben für Schiffsmotoren individuell zusammengestellt und entworfen werden können. Dafür bekam sie den ersten Preis im Fachgebiet Arbeitswelt. Sie arbeitete mit dem Unternehmen Kaefer zusammen. Und programmierte die Bauteile aus dem Firmensortiment so, dass diese schnell an den individuellen Auftrag angepasst werden können, wenn sie etwa eine andere Länge brauchen. „Die Anforderungen sind auf jedem Schiff anders“, sagt die 19-Jährige.

Der erste Preis in Geo- und Raumwissenschaften ging an eine Arbeit von Frederik Hachmeister (18) zur Schwermetallkontamination in Boden und Flora.

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