Neuer Krimi thematisiert Polizeibataillone

Schuld und Wirkung

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Kreiszeitung Syke

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Literatur: Im April fängt sie im Pressereferat von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) an – die Bremer Journalistin, Sozialwissenschaftlerin und Krimi-Autorin Rose Gerdts.

Morgen, Freitag, erscheint ihr neuer – und nunmehr fünfter – Bremen-Krimi: „Morgengrauen“ (Rowohlt-Verlag, 318 Seiten, Preis: 9,99 Euro).

Die Ermittler der Autorin – wie immer im Zentrum: das Gespann Navideh Petersen und Frank Steenhoff – werden dieses Mal (auf bisweilen sehr persönliche Weise) mit deutscher Geschichte konfrontiert. Und mit der Wirkung historischer Geschehnisse bis in die Gegenwart hinein. Es geht um ein Verbrechen zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Auf einer Waldlichtung in Litauen bringen Angehörige des Bremer Polizeibataillons 105 eine jüdische Familie um.

„Morgengrauen“ – der neue Krimi der Bremer Autorin Rose Gerdts. Heute Abend ist die Premieren-Lesung. ·

Kann so etwas Stoff für ein Unterhaltungsbuch, einen Krimi, sein? Ja, denn Gerdts nimmt den historischen Hintergrund ihrer sorgfältig recherchierten Geschichte sehr ernst und zeigt, wie die mehr als 70 Jahre zurückliegenden Ereignisse in Litauen wie in Deutschland das Leben von Menschen mehrerer Generationen geprägt oder wenigstens dessen Verlauf mitbestimmt und beeinflusst haben. Die Schuld wird auf ganz unterschiedliche Weise zur Last. Gerdts zeigt auch, wie es sich auf verschiedene Charaktere auswirkt, wenn die Wahrheit ans Licht kommt. Und wie unterschiedlich Menschen darauf reagieren können.

All das bindet die Autorin in eine gekonnt konstruierte und spannend erzählte Geschichte ein, die hier und da etwas alltagsverbundenere Dialoge vertragen könnte. Eine Geschichte, bei der es sich lohnt, stets auch auf beiläufig Erwähntes zu achten – alles wird am Ende eine Rolle gespielt haben; und auch die krimitypischen überraschenden Wendungen fehlen nicht. Gerdts gelingen dabei überzeugende literarische Bilder wie das einer Spielzeug eisenbahn, die die Verbindung zu einer verschütteten Vergangenheit auslöst. Ein starker Krimi, der den Leser über die reine Lektüre hinaus beschäftigt.

Gegenüberstellung: „Bewegung“ von Manfred Kiecol (1988, oben) und „Vor der Brandung I“ von Fritz Overbeck (1908).

Rose Gerdts stellt ihr Buch heute, Donnerstag, im „City 46“ an der Birkenstraße vor (20 Uhr; Kartenreservierung in der Buchhandlung Sattler am Concordia-Tunnel). Weitere Lesungen folgen in den nächsten Tagen und Wochen – so zum Beispiel am Sonntag, 3. März, um 11 Uhr im „Ambiente“ (Osterdeich) und am Dienstag, 19. März, um 19.30 Uhr in der DKV-Residenz (Am Wandrahm 40–43).

· Kunst: Noch bis zum 7. April zeigt das Overbeck-Museum im Alten Packhaus Vegesack eine Ausstellung mit Arbeiten des Bremer Künstlers Manfred Kiecol (wir berichteten). Zu sehen sind Werke aus fünf Jahrzehnten.

Sie werden Arbeiten des Malerehepaares Fritz und Hermine Overbeck gegenübergestellt, denn, so Direktorin Dr. Katja Pourshirazi: „Diese Bilder haben einander etwas zu sagen.“ Verbindendes Element sei das Thema „Landschaft“. Vertieft werden kann das Thema bei einem Künstlergespräch mit Manfred Kiecol. Termin: Sonntag, 10. März. Beginn ist um 11.30 Uhr.

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