Täter weiterhin auf der Flucht

Mordkommission ermittelt nach tödlichen Schüssen im Supermarkt

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Großeinsatz in einem Supermarkt in Oslebshausen: Nach einem Streit hat hier ein Mann am Donnerstagmorgen einen 25-Jährigen niedergeschossen. Das Opfer aus Nordrhein-Westfalen erlag kurz danach seinen schweren Verletzungen.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Zwei Männer streiten sich mitten im Supermarkt. Plötzlich zieht einer eine Waffe und schießt. Es kracht. Mehrmals. Mehrere Schüsse treffen einen 25-Jährigen, berichten Zeugen. Er sackt zusammen. Wenig später ist er tot, er stirbt noch im Rettungswagen. Der Täter flüchtet. Zurück bleiben völlig geschockte Mitarbeiter und Kunden.

Es ist gegen 10 Uhr. Der Rewe-Supermarkt am Kalmsweg in Oslebshausen beim Sander-Center ist seit drei Stunden geöffnet. Etliche Kunden befinden sich im Laden, bei einigen werden später Tränen fließen. Zeugen hören, wie sich zwei Männer streiten. „Sie haben sich angeschrien, nicht in deutscher Sprache“, sagt eine Frau später auf Nachfrage von Journalisten. Staatsanwaltschaft und Polizei wollen zur Nationalität der Männer keine Angaben machen. Ebensowenig verraten sie, ob sie dem Schützen auf der Spur sind und ob ihnen seine Identität bekannt ist.

Plötzlich, so erzählt die Zeugin weiter, soll der eine Mann eine Waffe gezogen und „vier bis fünf Schüsse“ auf den anderen abgegeben haben. „Drei trafen den Mann“, sagt sie. Andere Kunden werden nicht getroffen, zum Glück. Mitarbeiter und Zeugen alarmieren die Polizei, während der Täter flüchtet. Das Spezialeinsatzkommando (SEK) rückt an, ebenso Rettungskräfte. Das Opfer liegt lebensgefährlich verletzt am Boden des Supermarktes. Sanitäter und Notarzt kümmern sich um den 25-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen. Er stirbt kurz darauf im Rettungswagen, wie Oberstaatsanwalt Frank Passade bestätigt. Inzwischen sind auch Angehörige des erschossenen Mannes vor Ort. Man hört Schreie, Klagerufe. „Ich will zu meinem Mann“, hallt es über den Parkplatz.

Spurensuche nach den tödlichen Schüssen in einem Supermarkt in Oslebshausen. - Foto: Photoka

Passade bestätigt, was auch Zeugen angeben: „Der Täter hat sein Opfer zielgerichtet aufgesucht. Beide kannten sich.“ Ein Terrorakt schließt der Oberstaatsanwalt aus. Auch eine Gefährdung für die Bevölkerung sehen die Ermittler nicht, obwohl der bewaffnete Täter auf der Flucht ist. Die Mordkommission nimmt ihre Arbeit auf.

Während fieberhaft nach dem Mann, von dem es möglicherweise Videoaufnahmen aus dem Supermarkt gibt, gefahndet wird, laufen auf dem Gelände in Oslebshausen die Ermittlungen an. Ein Großaufgebot an Polizei ist vor Ort. Das Gelände wird mit rot-weißem Band abgesperrt. Die Spurensuche beginnt. Ermittler in blauen Plastikanzügen halten Ausschau nach winzigen Details, die dann eingetütet werden. Die geschockten Kunden und Mitarbeiter, die solche Situationen wohl nur aus dem Krimi kennen, müssen vor Ort ausharren, ihre Aussagen machen. Darunter ist auch eine junge Frau mit ihrem Baby, sechs Monate alt. Sie hat ihre Eltern angerufen, die aufgeregt zum Tatort kommen. Die Tochter sei völlig aufgelöst, schildern sie den Medien. Sie wollen versuchen, ihr Enkelkind aus der Szenerie herauszuholen. Die Tochter darf den Säugling rausbringen und sagt über die Schüsse: „Ich hatte Todesangst.“

Die Ermittler halten sich bedeckt, die Angaben sind dürftig. „Dazu sagen wir nichts“, wiederholt Oberstaatsanwalt Passade immer wieder.

Der Supermarkt liegt in einem Gewerbe- und Wohngebiet in Oslebshausen, was zum Stadtteil Gröpelingen gehört.

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