Nach Schüssen auf 17-Jährige

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen Polizisten ein

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Auf einer Party in Bremen fielen Anfang März Schüsse.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Die Bremer Staatsanwaltschaft hat das Ermittlungsverfahren gegen einen Polizisten eingestellt, der eine 17-Jährige durch Schüsse schwer verletzt hatte. Anschließend ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des versuchten Totschlags gegen ihn. Nun wurden die Ermittlungen eingestellt, „da der für eine Anklageerhebung erforderliche hinreichende Tatverdacht nicht zu begründen war“, wie Frank Passade, Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Dienstag erklärte.

Den Ermittlungen zufolge war die Polizei am 4. März zu einem Familienstreit der „Kategorie 1“ (bedeutet: Leib und Leben sind unmittelbar gefährdet und das Geschehen dauert an) gerufen worden. Zu einer Party im Haus Tiefer 15 (Innenstadt) waren erst ungebetene Gäste erschienen - und dann die Polizei. Im Treppenhaus seien etliche Blutspuren zu sehen gewesen, die zur „Tatortwohnung“ führten, so Passade weiter.

Aus der Wohnung drangen „zu diesem Zeitpunkt Geräusche, die auf eine Auseinandersetzung innerhalb der Wohnung schließen ließen“. Eine unübersichtliche Lage. Der beschuldigte Polizist habe mehrfach „Polizei!“ gerufen und versucht, die Wohnungstür aufzutreten, was jedoch misslang. „Aus Gründen des Eigenschutzes hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits seine Dienstwaffe aus dem Holster gezogen“, so Passade.

„Plötzlich“ sei die Wohnungstür dann geöffnet und „sofort aus der Wohnung“ ein Schuss in Richtung des beschuldigten Polizisten abgegeben worden, der etwa 1,50 Meter von der Tür entfernt gestanden habe. Daraufhin „erwiderte dieser das Feuer und gab insgesamt fünf Schüsse auf die Eingangstür ab“. Drei davon trafen die 17-Jährige und verletzten sie schwer. Die junge Frau stand hinter der Tür – „für den Beschuldigten nicht erkennbar“, so Passade.

Auf den Beamten war ein Schuss aus einer Schreckschusspistole des Modells Walther P22 abgegeben worden, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft. „Bei dieser Pistole handelt es sich um einen 1:1-Nachbau einer scharfen Walther P22.“ Und: „Bei beiden Waffenarten entsteht an der Waffenmündung ein Feuerstrahl und auch der Knalleffekt ist identisch, wodurch es praktisch nicht möglich ist, in der konkreten Situation der Schussabgabe einen Unterschied zwischen dem Schuss aus einer Schreckschusspistole und einer scharfen Pistole festzustellen.“

Daraus folgt für die Ermittler: „Damit befand sich der Beschuldigte subjektiv in einer Notwehrsituation, weshalb er bei der Abgabe der fünf Schüsse nicht vorsätzlich handelte.“

Die junge Frau war nach einer Operation außer Lebensgefahr sein, teilte die Polizei im März mit.

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