Straßennamen erzählen Geschichten (385): Die Großenstraße im Stephaniviertel / Hier stand einst das Focke-Museum

Schüler, Packhäuser und Altertümer

Das „Restaurant zum Focke-Museum“ stand an der Großenstraße 83. Die historischen Aufnahmen stammen aus dem Buch „Das Stephaniviertel 1860 bis 1960“ (Edition Temmen).

Bremen - Von Thomas Kuzaj· Sie war einmal die größte Straße des Stephaniviertels – deshalb heißt sie ja auch Großenstraße. Heute führt sie sozusagen von der Kulturkirche St. Stephani bis zu Radio Bremen.

Früheren Generationen war die Straße unter anderem wegen einer Schule bekannt, die dort anno 1853 in einem ehemaligen Krankenhaus eröffnet wurde. Die Klinik hatte es seit 1823 gegeben. Sie war zu klein, um Patienten bei größeren Epidemien – wie beim großen Cholera-Ausbruch im Jahr 1834 – ausreichend zu versorgen. Bremen beschloss, ein größeres Krankenhaus zu bauen. Ab 1849 entstand es dort, wo noch heute das Klinikum Bremen-Mitte steht. Aber das ist eine andere Geschichte.

Zurück in die Großenstraße, wo die Schule wuchs und wuchs. Im Jahr 1884 hatte sie mehr als 1 000 Schüler in 17 Klassen, schreibt Herbert Schwarzwälder in seinem „Großen Bremen-Lexikon“. Im Zweiten Weltkrieg ist das Schulgebäude – wie weite Teile des Stephaniviertels und praktisch der ganze Bremer Westen – durch Bomben zerstört worden.

Ebenfalls an der Großenstraße war das Focke-Museum, anfangs noch als „Historisches Museum für bremische Altertümer“, früher einmal zu finden – seit 1913, um genau zu sein. Benannt wurde es schließlich nach seinem Gründer, dem Senatssyndikus Dr. Johann Focke (1848 bis 1922). Auch das Museum in der Großenstraße fiel den Kriegsbomben zum Opfer. Die Sammlungen waren zuvor größtenteils ausgelagert worden. Heute ist das Focke-Museum in Schwachhausen.

Doch noch einmal zurück ins Stephaniviertel, zurück in die Großenstraße. Allerlei Gaststätten gab es hier, darunter auch ein „Restaurant zum Focke-Museum“.

Zudem prägend hoch aufragende Packhäuser die Straße. Anfangs wurden sie noch von der Weserseite aus beladen. Als das bremische Hafengeschehen sich dann zunehmend vom Bereich Schlachte und Faulenquartier entfernte, wurden die Packhäuser gleichwohl weiter genutzt – nun aber von der Straßenseite (sprich: Landseite) aus beladen. Über die Großenstraße konnten die Fuhrleute die neuen Bremer Hafenanlagen dann auch bequem erreichen. Auch die Welt dieser Packhäuser verschwand mit den Kriegsbomben. Heute ist es die zur Kulturkirche umgewidmete St.-Stephani-Kirche, die das Bild der Straße prägt.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

15 Ratsmitglieder in Weyhe verabschiedet

15 Ratsmitglieder in Weyhe verabschiedet

Relax Pur für 2 – jetzt zum Schnäppchenpreis von 29,99 Euro

Relax Pur für 2 – jetzt zum Schnäppchenpreis von 29,99 Euro

Meistgelesene Artikel

Freimarkt in Bremen 2021 – diese Corona-Regeln gelten

Freimarkt in Bremen 2021 – diese Corona-Regeln gelten

Freimarkt in Bremen 2021 – diese Corona-Regeln gelten
Freimarkt Bremen: Anfahrt, Parken und die wichtigsten Fakten

Freimarkt Bremen: Anfahrt, Parken und die wichtigsten Fakten

Freimarkt Bremen: Anfahrt, Parken und die wichtigsten Fakten
Pistolen, Hammer und Baseballschläger: „Hochemotionaler“ Clan-Streit eskaliert in Bremen

Pistolen, Hammer und Baseballschläger: „Hochemotionaler“ Clan-Streit eskaliert in Bremen

Pistolen, Hammer und Baseballschläger: „Hochemotionaler“ Clan-Streit eskaliert in Bremen
Freimarkt Bremen ist eröffnet – die Karussells drehen sich

Freimarkt Bremen ist eröffnet – die Karussells drehen sich

Freimarkt Bremen ist eröffnet – die Karussells drehen sich

Kommentare