Stiftung und Professor Reto Weiler geben Denkanstöße

Schritt für Schritt zum Uniklinikum

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In Bremen gibt es keine medizinische Fakultät und keine Uniklinik. Die Stiftung Bremer Wertpapierbörse gibt neue Denkanstöße, diese Situation zu ändern. 

Bremen - Bremen ist das einzige Bundesland ohne universitäres Medizinstudium. Jüngste Vorstöße sind gescheitert, vor allem am Geld. Ein medizinischer Studiengang an der Bremer Universität gilt als nicht finanzierbar.

Der rot-grün-roten Regierungskoalition schwebt da eher ein Satellitenmodell vor, bei dem akademische und medizinische Ausbildung, also Theorie und Praxis, an verschiedenen Orten stattfindet. So will Bremen für die ersten vier Semester, die vorklinische Ausbildung, Kooperationen suchen – im Gespräch sind Oldenburg, aber auch mit Unis im Ausland. Die CDU plädiert für den Aufbau eines kompletten Studiengangs Medizin. Das sei ein finanzieller Kraftakt, aber zugleich auch ein Impuls für die Wirtschaft.

Am Donnerstag ist die „völlig freie, völlig unabhängige und völlig selbstständige sowie emotionale mit Bremen verbundene“ Stiftung Bremer Wertpapierbörse mit einem neuen Denkanstoß nach vorne geprescht. Vorgeschlagen wird eine schrittweise Einrichtung eines Medizinstudiengangs. Das Konzept basiert auf einem Vorschlag des Medizinexperten und Biologen Professor Dr. Reto Weiler. Der geborene Schweizer, der unter anderem an der Entwicklung der European Medical School Oldenburg-Groningen beteiligt war und zu den Gründungsdekanen der Medizinfakultät an der Uni Oldenburg gehörte, präsentierte sein Konzept „Medizincampus Bremen“, das er im Auftrag der Stiftung BWB entwickelt hat.

Die Stiftung will den Gesundheitsstandort stärken. Durch den Verzicht auf einen Komplettstudiengang Medizin verspiele Bremen Chancen, sagt Stiftungsvorstand Axel Schubert. Er ist davon überzeugt, dass sich die Investitionen lohnen würden. „Mittelfristig kommt Geld zurück.“ Mit der Einrichtung eines Universitätsklinikums würde Bremen an zusätzlicher Attraktivität für Patienten und ärztliches Personal gewinnen und zudem neue Potenziale für die wirtschaftliche Entwicklung der Region schaffen. „Bremens Krankenhäuser haben große Nachwuchsprobleme, die besten Mediziner zieht es oftmals in andere Städte, an renommierte Kliniken“, sagt Schubert. „Wir hoffen, durch die Modellstudie einen öffentlichen Diskurs über den Medizinstandort Bremen anzufachen.“

Weilers Konzept eines „Medizincampus Bremen“ sieht im ersten Schritt vor, alle universitären und außeruniversitären, medizinnahen Forschungseinrichtungen sowie Krankenhäuser mit klinischer Forschung zusammenzufassen und zu stärken. Bremen verfüge schließlich über eine „respektable Anzahl von Forschungsinstituten mit hoher Reputation“, sagt Weiler. Im nächsten Schritt soll die Uni Bremen zum Mitglied in der European Medical School werden. So sollen die akademischen Voraussetzungen für die Ausbildung von Medizinstudenten in Bremen geschaffen werden. Was allerdings auch heißt, dass die angehenden Ärzte in drei Städten – eben in Groningen, Oldenburg und Bremen – studieren müssen. Oder das Lehrpersonal wandert von Stadt zu Stadt. Die an der Lehre beteiligten Kliniken sollen dann zu einem Universitätsklinikum zusammengefasst werden.

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