Schränke und Erinnerungen

„Miniaturen“-Festival im Theaterkontor Bremen

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Der kanadische Singer-Songwriter Ian Foster tritt demnächst im Bremer Walle-Center auf.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. 40 Jahre Theaterkontor – kein Jubiläum, wohl aber ein ordentlicher Jahrestag, und sowas muss gefeiert werden. Im Theaterkontor an der Schildstraße (Ostertor) feiert das Team mit einem Festival – mit einer neuen Auflage des „Miniaturen“-Festivals, um genau zu sein.

Einmal mehr also kommen die kleinen Dinge hier ganz groß raus. Termin:Freitag und Sonnabend, 13. und 14. Oktober. Einlass ab 17.30 Uhr, Programm in der Zeit von 18 bis 22 Uhr. Eintritt: zwölf Euro, ermäßigt acht Euro – Karten sind ausschließlich an der Abendkasse erhältlich, so Sprecherin Frederieke Behrens.

„Während in der Welt alles größer und komplexer wird, setzt das ,Miniaturen‘-Festival gezielt auf Kleinheit. Es wird auf den Effekt verzichtet, durch Größe zu beeindrucken“, sagt die Sprecherin. „Bei den Besuchern soll der Blick für das Detail geschärft werden. Eine Einladung, sich für einen Abend der Informations- und Datenflut zu entziehen und den Blick auf das Wesentliche zu lenken.“

Beim „Miniaturen“-Festival kommen die kleinen Dinge groß raus.

Zum Beispiel mit den „Schränken voller Erinnerungen“. Im gesamten Haus – sprich: vom Keller bis zum Dach und auch im Hinterhof – werden alte Möbelstücke verteilt, die Bremer gespendet haben. Jeder der beteiligten Künstler bekommt einen alten Schrank oder eine Kommode zur künstlerischen Bearbeitung. Dabei gibt es keine Grenzen. Eine Installation im Schrank, die Kommode als Tanzpartner, eine Lesung im Schrank oder eine bildkünstlerische Verwandlung des Möbelstücks – alles ist möglich. „Im Zentrum stehen persönliche Erinnerungen der Künstler und damit auch die Frage, welche Erinnerungen zur künstlerischen Identität beitragen“, hieß es.

Das Theaterkontor sieht sich seit vier Jahrzehnten als „kreativer Produktionsort der freien Künste in Bremen“, als „Werkstatt für freie Bühnenkunst“. Die Werkstatt steht nicht allein Schauspielern und Tänzern offen, sondern beispielsweise auch Bildhauern, Theatermalern und weiteren Kunstgenres. Ein Austausch und ein Miteinander der Sparten ist dabei durchaus erwünscht.

Singer-Songwriter tritt im Walle-Center auf

Live-Musik im Walle-Center – dort wird am Freitag, 13. Oktober, der kanadische Singer-Songwriter Ian Foster auf der Bühne stehen. Sein Auftritt beginnt nachmittags um 15 Uhr. Zu hören sind „fein arrangierte Folk-Kompositionen“, wie Centermanagerin Jolanta Butenaite sagt. „Wer hierbei an bierernste Unterhaltungskunst denkt, wird überrascht – seine langjährige Erfahrung als Stra-ßenmusiker hat Foster gelehrt, wie man das Publikum zum Lachen bringt.“

Der Künstler ist schon durch Kanada, die USA, Deutschland, Holland, Österreich und Italien getourt. Auftritte bei Schulworkshops und in Altersheimen gehörten ebenso dazu wie internationale Festivals und Shows in Theatern, Kirchen, Kneipen – und privaten Wohnzimmern.

Foster tritt nicht allein als Musiker auf, er arbeitet auch als Musikproduzent, Filmmusikkomponist und Filmemacher. Sein letzter Kurzfilm „Keystone“ ist jüngst als einer der zehn besten Kurzfilme des Jahres beim Calgary International Film Festival ausgezeichnet worden.

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