Auf schräg-krimineller Gratwanderung

Roland Jankowsky über sein Alter Ego „Overbeck“, eine Lesung und einen Film

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Roland Jankowsky liest am 23. Mai im Lagerhaus „kriminelle Geschichten“. Und „Overbeck“ ist dabei.

Der Kölner Schauspieler Roland Jankowsky ist breit aufgestellt – er spielt Fernseh- und Theaterrollen, singt Chansons, trägt Lesungen vor. Bekannt geworden ist der 51-Jährige vor allem als Kommissar „Overbeck“ in den „Wilsberg“-Krimis. Die Rolle des großspurigen Sonderlings spielt er seit 1998. Jankowsky hat aus einer Randfigur eine Kultfigur mit eigenem Fanclub gemacht.

Bremen - Am Donnerstag, 23. Mai, gastiert Jankowsky mit der Lesung „Wenn Overbeck kommt“ im Lagerhaus an der Schildstraße. Er trägt ausgewählte „kriminelle“ Kurzgeschichten vor. „Sein Alter Ego sitzt uneingeladen am Tisch und kommentiert den Vortrag mit origineller Körpersprache, gelegentlichen Querverweisen und Bonmots“, heißt es. Die Lesung beginnt um 20  Uhr. Tickets für etwa 20 Euro gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung. Im Interview spricht Jankowsky über die „Rolle seines Lebens“ und einen neuen Gesche-Gottfried-Film.

Herr Jankowsky, Sie melden sich gerade vom Set. Was drehen Sie gerade?

Zwei schöne neue „Wilsberg“-Folgen: „Der Leibwächter“ und „Vaterfreuden“. Wir drehen noch eine Woche, dann sind die zwei Monate am Set schon wieder um.

Und nach dem Dreh kommen Sie mit der Lesung „Wenn Overbeck kommt“ nach Bremen.

Es gibt mittlerweile vier fertige Programme, eines ist in Arbeit. Mit dem ersten Programm gastiere ich nun in Bremen.

„Overbeck“ spielt dabei eine Hauptrolle?

Durch den Titel sollen die Zuschauer auf die Person hinter der Figur neugierig gemacht werden. „Overbeck“ ist nun mal so etwas wie die Rolle meines Lebens. 20 Jahre als „Arsch vom Dienst“, das bringt auch Sympathien und weckt eben Neugier. Und die Leute sehen, der Jankowsky kann ja viel mehr.

Sie tragen in der Lesung kriminelle Kurzgeschichten vor ...

Ich springe in bis zu zehn unterschiedliche Rollen, spreche unterschiedliche Dialekte. In den Geschichten wird munter gemordet, sie sind aber zugleich auch lustig. Es ist eine schräg-kriminelle Gratwanderung. Es entsteht eine Mischung aus Anspannung, Entspannung und Unterhaltung.

Zurück zu „Overbeck“. Der ist 2018 zum coolsten TV-Kommissar gewählt worden.

Das ist doch auch ganz schön. In den ersten Folgen habe ich mit einer Drei-Satz-Nebenrolle angefangen. Das war seitdem doch eine tolle Entwicklung.

Was zeichnet die Figur aus?

Overbeck darf alles. Er spielt die Rolle des Narren, des Clowns aus der Comedia dell’arte. Overbeck verplappert sich, prescht frech vor, fällt auf die Nase, steht aber immer wieder auf und lässt sich nicht unterkriegen. Er ist ein fehlbares Großmaul, aber immer integer. Das ist ja auch ein Wert.

Schauen Sie privat Fernsehkrimis?

Ja, natürlich. Die deutschen Krimis werden auch immer besser. Aber ich bevorzuge die skandinavischen Formate, Krimis von Arne Dahl, Håkan Nesser und Stieg Larsson. Die Düsterheit kommt im skandinavischen Look besser zur Geltung. Und vor kurzem lief mal wieder die „Faust im Nacken“ mit Marlon Brando – zum Niederknien.

Stichwort Bremen. Kennen Sie die Stadt?

Nicht näher. Ich bin schon mal dagewesen. Es gibt schöne Gegenden. Das Bremer Viertel hat mir gefallen, mit seinen netten Cafés und Restaurants.

Aber Sie haben jüngst den Film „Effigie – das Gift und die Stadt“ gedreht. Und darin geht es um die berühmte Bremer Giftmörderin Gesche Gottfried.

Ja, die Handlung spielt in Bremen. Aber wir haben unter anderem auf einem alten Gutshof in Mecklenburg-Vorpommern gedreht. Und bei einigen Außenaufnahmen musste sich das Produktionsteam um Regisseur Udo Flohr aus produktionstechnischen Gründen gegen Bremen und für Rostock entschieden.

Welche Rolle spielen Sie?

Kapitän Ehlers, die einzige nicht historisch belegte Figur. Eine Rolle mit Vollbart, ohne Sonnenbrille. Das hat großen Spaß gemacht. Und der Film ist schön geworden.

Wann ist er zu sehen?

Derzeit wird in Prag die Filmmusik eingespielt. Läuft alles glatt, kommt der Film im Herbst in die Kinos.

Zur Person 

Roland Jankowsky wurde am 2. Februar 1968 in Leverkusen geboren, lebt heute in Köln. Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre spielte er zunächst an verschiedenen Off-Theatern in Köln und Leverkusen. Seit Mitte der 90er arbeitet er vor allem für das Fernsehen. Von 1997 bis 2004 spielte er in der Sitcom „Nikola“. Seit 1998 ist Jankowsky in den „Wilsberg“-Krimis aus Münster als Kommissar „Overbeck“ an der Seite von Rita Russek als Hauptkommissarin Anna Springer und Leonhard Lansink als Privatdetektiv und Antiquar Georg Wilsberg zu sehen.

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