Schönheitskur für Rotwein

Chemie-Weihnachtsvorlesung zeigt eine bunte Wissenschaftsshow

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Chemie-Professor Stephan Leupold gibt Alkalien in einen fruchtig und frisch aussehenden Rotwein, der daraufhin eine dunkle, matte Farbe bekommt. Die Vorlage für das Experiment hat Dichterfürst Goethe geliefert. 

Bremen - Von Martin Kowalewski. In einer bunten Chemie-Show müssen mal Flammen lodern und es muss knallen. Das klappt nicht mit der Haltezange aus Metall, aber bereits mit Metallwolle, zeigt Stephan Leupold, Chemiker an der Universität Bremen und im Schuldienst.

„Wenn etwas fein verteilt ist, brennt es schneller“, sagt er und füllt Bärlappsporen in ein großes Pusterohr. Ein Junge aus dem Publikum darf reinpusten. Das Ergebnis ist ein kräftiger Feuerstoß. „Das klappt auch mit Mehl“, sagt Leupold und erinnert an die Mehlstaubexplosion in der Roland-Mühle Anfang der 80er Jahre. 

Die 17. Weihnachtsvorlesung des Studiengangs Chemie sorgte am Mittwoch für einen mit vielen alten und jungen Leuten gefüllten Hörsaal im Gebäude NW 2. Immer wieder schafft Leupold es, Wissenschaft bunt und nahe am Alltag dazustellen.

Mit einem Knall hebt die Dose ab

Leupold hat eine Red-Bull-Dose präpariert. Ein großes Loch im Boden, an der Oberseite ein kleines. Er stellt sie ab und hält das kleine Loch mit dem Finger zu. Mit einem Schlauch füllt er von unten Wasserstoff ein, solange, bis der Gehalt fast bei 100  Prozent liegt. Der Wasserstoff ist leichter als Luft und sammelt sich oben in der Dose.

Weg mit dem Schlauch, Leupold gibt das kleine Loch frei und zündet darüber eine Flamme an. Diese ist kaum zu sehen. Eine Assistentin entzündet daran ein Papier, um zu zeigen: Da ist eine Flamme. Irgendwann sind Geräusche zu hören, die entfernt an das Pfeifen einer nicht ganz dichten Kanne erinnern. Dann knallt es gewaltig. Die Dose saust in die Höhe und fällt stark verbeult zu Boden. 

Goethe inspiriert zu Wein-Experiment 

„Red Bull verleiht Flügel“, sagt Leupold. Ein junges Mädchen aus dem Publikum kann das erklären: „Erst waren 100 Prozent Wasserstoff drin. Der begann zu verbrennen. Von unten kam Luft nach. Das Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisch ist dann explodiert, als es ein bestimmtes Verhältnis hatte.“ Leupold ist beeindruckt. Er ergänzt die Erklärung noch mit ein paar Zahlen. „Wasserstoff ist bei einer Konzentration von vier bis 75 Prozent im explosiven Bereich.“

Der Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe lieferte die Vorlage für ein Experiment mit Rotwein. Dieser schreibt, man könne einem durch Alkalien im Aussehen verdorbenen Wein durch Schwefelgeist die ursprüngliche schöne Farbe wiedergeben. Leupold gibt Alkalien in einen fruchtig und frisch aussehenden Rotwein, der daraufhin eine dunkle, matte Farbe bekommt. Einmal Schwefelgeist und kräftig umrühren und schon sieht der Wein wieder prächtig und einladend aus. Nach der Show strömen Kinder nach vorne und stellen weitere Fragen an Leupold.

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