Show mit Schlagern der 70er und 80er

„Hitparade“: Theaterschiff zeigt munteren Klamauk

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Stimmung in Studio 3: Christian Trabert (v.l.), Felicitas Reinhardt, Guido Maria Kober, Ismeria Urban und Kevin Arand.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Ein Gau im Studio 3 der Berliner Union-Film: Letzte Probe für die Hitparade, kurz vor der Sendung. Moderator Dieter Thomas Schleck (Christian Trabert) ist kaum zu verstehen. Seine Zahn-Prothese fehlt.

Er ist übernächtigt und den Schlafenden näher als den Wachen. Seine Pillen liegen noch bei Costa Cordalis. Dort muss in der Nacht zuvor eine wilde Party stattgefunden haben, wie auch Regisseur Matts Scheibe (Guido Maria Kober) erfährt, als Dieter ihm erklärt, warum er nicht eingeladen wurde. „Du weißt doch, dass Costa gerne mal einen durchzieht und das magst Du doch nicht.“

Mit „Hitparade“ hatte am Donnerstagabend ein munterer Klamauk Premiere auf dem Theaterschiff Bremen. Zum Programm gehören viele Schlager aus der goldenen Zeit der ZDF-Hitparade, von Heino bis Howard Carpendale. Darunter auch viele Songs, die heute nicht mehr so bekannt sind, wie etwa „Wer hat mein Lied so zerstört“ von Daliah Lavi. Ein Abend zum Lachen und Mitklatschen.

Der von Trabert herrlich apathisch und ohne jeden Ausdruck sprechend dargestellte Moderator ist nicht das einzige Problem: Der Flug der restlichen Stars wurde von Berlin nach Moskau umgeleitet. Das Team ist ebenfalls im Flugzeug. Sogar der Kameramann fehlt. Abhilfe bietet Volker aus dem Publikum. Lediglich Costa Cordalis ist noch beim Friseur, was Regisseur Scheibe aber auch Sorgen macht: „Hoffentlich sieht der nicht wieder aus wie King Kong mit Topfschnitt.“ Regie-Assistentin Tina zeigt den Besuchern des Theaterschiffs mit drei Schildern, was sie zu tun haben: „Applaus“, „Ruhe“, „Lachen“.

Nach einer Nacht ist alles vorbei

Das Desaster reicht nicht aus, um die zu wenigen Leute am Probenset, die auch noch singen müssen, zu disziplinieren. Denn es brodelt zwischen dem Techniker Reiner (Kevin Arand) und der Regie-Assistentin Tina (Ismeria Urban). Nach einer schönen Nacht will Reiner von Tina nichts mehr wissen.

Schleck murmelt eine Ansage: „Jetzt kommt ein Mann, den die Frauen lieben. Schön, schöner, Howard.“ Der Songtitel „Ti amo“ klingt irgendwie nach „Tina“ und nach „amore“, worauf hin die Assistentin auf die Bühne gebeten wird. Diese schnippt den Takt und singt mit Inbrunst. Im Hintergrund: Supermario und eine Prinzessin, beide wie aus einem ganz frühen Computerspiel. Immerhin: Der Song hat eine beziehungsklärende Wirkung. Reiner steigt ein und singt die zweite Stimme. Tina singt: „Muss Schluss sein?“. Mit ordentlich Schmalz in der Stimme wird Reiners Antwort allerdings nicht besser: „Ja, es muss sein.“

Das ist für Tina nicht schön, zumal eine Schönheit die Bühne erklimmt: Melanie, die 10.000. Zuschauerin (Felicitas Reinhardt). Diese weckt sofort Reiners Leidenschaft und bekommt auch gleich ein Kompliment: „Melanie. Das klingt wie Melodie.“ Melanie darf zu einem Band singen und präsentiert eine schrill-freche Version von Ixis „Knutschfleck“. Zwischen den beiden wird es dabei wild, und das sieht auch Tina. Da Melanie mit ihrer wunderbaren Stimme und ihren Tanzfähigkeiten am Probenset aushilft, findet Tina viele Gelegenheiten, sie und Reiner zu ärgern. Nach der Pause trifft ein schicker und munterer Costa Cordalis ein. Leider hat er Schlecks Pillen mit seinen eigenen durcheinandergebracht. Und das hat üble Folgen.

„Hitparade“ läuft zunächst bis Mitte November auf dem Theaterschiff an der Tiefer. Karten gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung und unter diesem Link.

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