Schneller als beim Facharzt

Bürgeramt verändert Arbeitsabläufe und bekommt neue Leiterin

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Dagmar Gattow leitet ab 15. September das neugeschaffene Bürgeramt in Bremen. Innensenator Ulrich Mäurer hat sie am Freitag vorgestellt.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Führerscheine, Kraftfahrzeugzulassungen, Meldewesen – das Bürgeramt, sagt Innensenator Ulrich Mäurer (SPD), ist „ein etwas komplexes Gebilde“. Das Gebilde bekommt nun eine Chefin. Zum 15. September wird Dagmar Gattow, bisher in der Geschäftsführung des Bremer Jobcenters, Leiterin des Bürgeramts.

„Sie kommt nicht von außerhalb und weiß, was sie erwartet“, so Mäurer mit einem Anflug von Ironie. In der Tat: Gattow lebt seit 1993 in Bremen. Und auf die Stelle im Bürgeramt hat sie sich aus eigenem Antrieb beworben. „Ich habe Erfahrung mit dem Aufbau von Organisationseinheiten und freue mich auf die Aufgabe“, sagt sie.

Bei Null muss sie nicht anfangen. Nachdem Mäurer das Stadtamt wegen der dort herrschenden chaotischen Zustände zerschlagen hat, wurden verschiedene Nachfolgeeinheiten gebildet – das Standesamt als Referat des Innenressorts, das Ordnungsamt (zuständig für: Verkehrsüberwachung, Ordnungswidrigkeiten), das Migrationsamt (aufenthaltsrechtliche Angelegenheiten) und eben das Bürgeramt. Zu ihm gehören neben Zulassungs- und Führerscheinstelle die Bürger-Service-Center Mitte, Stresemannstraße und Bremen-Nord. Themen hier: Meldewesen, Personalausweise, Führungszeugnisse. Problem hier, jedenfalls in der Vergangenheit: lange Warteschlangen vor der Tür.

Heinz-Jürgen Nagel, früher Geschäftsleiter des Amtsgerichts, hat das Bürgeramt in den vergangenen Monaten betreut – Mäurer hatte ihn darum gebeten, nachdem er zuvor schon das Standesamt wieder in die Spur gebracht hatte.

Um Warteschlangen und Wartezeiten zu reduzieren, hat das Bürgeramt etliche Abläufe geändert. So sollen die Bürger nun möglichst „gesteuert“ erscheinen, sprich: sich einen Termin geben lassen. „Den gibt es innerhalb von einer Woche – das kriegen Sie beim Facharzt heute nicht mehr“, sagt Nagel.

Bearbeitungsrückstände im Meldewesen seien mittlerweile abgearbeitet worden, hieß es weiter. An- und Ummeldungen können schriftliche erledigt werden. Apropos schriftlich: Bürger, deren Personalausweis abläuft, bekommen jetzt acht Wochen vor Ablauf ein Erinnerungsschreiben – etwa 600 Briefe sind das pro Woche. Sie sollen helfen, die Anträge für neue Personaldokumente gleichmäßiger übers Jahr zu verteilen. Damit nicht alle kurz vor der Urlaubssaison auf die Idee kommen, dass sie ja ganz schnell noch einen neuen Ausweis brauchen.

„Kurze Anliegen“ – etwa: Führungszeugnisse, Adressaufkleber für Ausweise – werden in den Bürger-Service-Centern nun an separaten Schaltern bearbeitet, um Wartezeiten zu verringern. An allen Sachbearbeiterplätzen sind zudem seit Mai „Bürgermonitore“ installiert: Tablets, auf denen die Bürger sehen können, welche Daten die Sachbearbeiter gerade eingeben – und die zudem ein Signaturfeld für Unterschriften haben, was das Ausdrucken der Unterlagen erspart.

Zudem hat das Bürgeramt mehr Personal bekommen. Gab es zu Jahresbeginn noch knapp 154 Vollzeitstellen, so sind es jetzt gut 187. Mäurer versprach, die Personalzahl zu „verstetigen“.

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