90 Sekunden brechen das Eis

„Business Blinddates“ für Jungunternehmer

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Tom Schuchert (vorne links) und Florian Manke (r.) treffen sich beim Speed-Dating. Jeder hat 90 Sekunden, um sich vorzustellen. Die Gesprächspaare sitzen direkt nebeneinander. 

Bremen – 90 Sekunden sind nicht lang, aber sie reichen Tom Schuchert, Abteilungsleiter Marketing bei der „Rightmart Software GmbH“, um sich und seine Tätigkeit in dem jungen Start-up vorzustellen. „Wir produzieren Software für die eigene Kanzlei. Unsere Vision: die größte Kanzlei für Verbraucher in Deutschland zu werden. Wir betreiben Prozess-Automatisierung und wollen Anwälten so ihre Arbeit erleichtern, so dass sie günstig oder sogar kostenfrei angeboten werden kann“, erklärt Schuchert bei einem „Business Blinddate“ am Donnerstagabend.

Sich in kurzer Zeit kennenlernen, darum geht es bei den „Business Blinddates“. „Bremen-Start-ups“, ein Anbieter von Meeting-Events für Unternehmensgründer, veranstaltet den Abend gemeinsam mit „Rent 24“. Das wiederum ist ein Vermieter von Büroarbeitsplätzen, der kürzlich seinen „Co-Working-Space“ an der Martinistraße eröffnet hat.

Viel Erfahrung habe man im Sozialrecht, etwa bei Widersprüchen gegen Hartz-IV-Bescheide, erklärt Tom Schuchert seinem Gegenüber. Etwas Zeit bleibt ihm noch, um den Erstkontakt zu intensivieren. Das Prinzip ist einfach. Es gibt einen inneren und einen äußeren Stuhlkreis. Die Teilnehmer außen bleiben sitzen, die innen wandern weiter. „Es geht nicht darum, dass Ihr Euch in der Tiefe austauscht. Es geht darum, Euch kurz kennenzulernen. Da Euer Gegenüber das Gleiche möchte, ist das Eis schnell gebrochen. Wenn es interessant war, unterhaltet Ihr Euch danach bei einem Bier und Popcorn in der Pause“, erklärt Veranstalter Jan Wessels vor den Vorstellungsrunden. Gut 60 Teilnehmer sind da, junge Gründer, Mitarbeiter von Start-ups, Gründungsinteressierte und auch Menschen, die gerne bei Jungunternehmern arbeiten wollen.

Ein Glöckchen klingelt, Schuchert kommt bei seinem „Blinddate“ zum Schluss. Jetzt spricht sein Gegenüber. Tobias Redel, 23, Student der Betriebswirtschaftslehre. Er sucht einen Job in der Start-up-Szene. Seine Bachelor-Arbeit hat er über Gründungsmanagement geschrieben. „Ich habe neben dem Studium bei einigen Trainings mitgemacht und mich mit Personalentwicklung auseinandergesetzt. Ich habe so neben dem Studium Softskills erworben“, sagt Redel. Da könnte was passen.

Es ist laut, während jeweils 30 verschiedene Menschen an einem Ort gleichzeitig ganz verschiedene Sachen erzählen und andere zuhören. Wessels drückt auf eine Hand-Hupe. Mehrfach. Zunächst bleibt es laut. Dann wechselt die innere Reihe. Schuchert bleibt sitzen. Daniela Bessen setzt sich. Während Schuchert sich vorstellt, macht sie Notizen. Sie selbst fasst sich eher kurz. „Ich bin auf der Suche nach Leuten, um dann Unternehmenskontakte anzubahnen“, erklärt sie.

Ein anderer Gesprächspartner ist Florian Manke, Chef von „Dotaris“. Das Unternehmen vertreibt von Banken und Versicherungen abgegebene Informationstechnologie an kleine und mittlere Unternehmen. „Die Idee ist toll. In Bremen habe ich so etwas noch nicht gemacht. Interessant sind auch die ungewöhnlichen Lebensläufe, auf die man hier trifft“, sagt er über die „Business Blinddates“. 

mko

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