Senator Lohse präsentiert Machbarkeitsstudie für „Premiumroute“ 

Mit dem Rad schnell von Nord nach Süd

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Modellskizze für die „Fahrrad-Premiumroute“ – hier an der Wall-Überführung (Höhe AOK-Kreuzung). 

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Unterwegs auf der „Premiumroute“ – nein, nicht von einer Kreuzfahrt ist hier die Rede, sondern vom Fahrradverkehr. Der genießt ja im rot-grünen Bremen eine Premiumbehandlung.

Nun will Umwelt- und Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) eine „Fahrrad-Premiumroute“ von Farge quer durch die Innenstadt nach Mahndorf bauen. Vier Meter breit und mit möglichst wenig Ampeln.

„Mit dem Rad komfortabel, sicher und schnell von Nord nach Süd“ – das ist das Ziel. Der im Jahr 2014 von der Bürgerschaft beschlossene „Verkehrsentwicklungsplan Bremen 2025“ sieht ein Netz von mehreren „Premiumrouten“ vor, auf denen Radfahrer besonders flott vorankommen. Zudem, so Lohse, soll „ein Anreiz geschaffen werden, auch größere Entfernungen als heute künftig mit dem Fahrrad zurückzulegen“.

Nicht zuletzt wegen der Elektrofahrräder sind viele Radler heute auch schneller unterwegs als in früheren Zeiten – durchgehend Tempo 20 oder 25 ist keine Ausnahme mehr, sagen Verkehrsexperten. Und dazu werden leistungsfähige und komfortable Verkehrswege gebraucht, sagt Senator Lohse.

Er hat am Mittwoch eine Machbarkeitsstudie zum Thema präsentiert. Das Papier weise nach, „dass die dazu erforderlichen Standards auch innerorts, sozusagen mitten durch die Stadt, größtenteils auf den dafür vorhandenen Strecken weitgehend und mit einfachen Mitteln geschaffen werden können“, so Lohse. Wie? So: Wohnstraßen werden zu Fahrradstraßen, Radwege werden aus- oder neu gebaut, vorhandene Brücken auch für den Radverkehr genutzt – und unter der Erdbeerbrücke (Habenhausen) soll ein Tunnel die Fahrrad-Fahrtzeit deutlich verkürzen.

„Premiumroute“ soll gestaltet werden

Die 43 Kilometer „Premiumroute“ von Farge bis Mahndorf sollen, so die Planung, einheitlich gestaltet werden. Auch Wegweiser gehören dazu.

„Die zu erwartenden Kosten des Vorhabens liegen mit weniger als einer halben Million Euro pro Kilometer deutlich unter denen vergleichbarer Projekte in Deutschland, die zum Teil dreifach teurer ausfallen“, sagte Ressortsprecher Jens Tittmann. Konventioneller Straßenbau koste im Durchschnitt fünf Millionen Euro pro Kilometer, Autobahnbau zehn Millionen. „Straßenbau ist teuer“, so Tittmann.

Bremen sei die erste Stadt, die auf einer so langen Strecke innerorts eine „Fahrrad-Premiumroute“ habe. „Das ist cool.“ Und es sei eben viel mehr als ein einfacher Fahrradweg. Radfahrer, so Senator Lohse, „entlasten die Straßen. Davon profitieren nicht zuletzt die Autofahrer. Denn für immer neue und breitere Straßen sind weder Geld noch der Platz vorhanden.“

Applaus kam schon einmal vom Bund für Umwelt und Naturschutz – verbunden mit der Forderung nach „zügiger Detailplanung und Umsetzung“. „Vor allem die unproblematischen Abschnitte der Premiumroute und die, die dem Radverkehr die meisten Vorteile bieten, müssen jetzt zügig gebaut werden“, so der Vorsitzende Dieter Mazur.

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