„Schnell 5000 Sozialwohnungen schaffen“

Bündnis fordert Bauprogramm

+
Joachim Barloschky (l.) vom Bündnis „Menschenrecht auf Wohnen“ und Landesdiakoniepastor Manfred Meyer.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Mehr Obdachlose, mehr Flüchtlinge, immer weniger günstiger Wohnraum – vor diesem Hintergrund warnt das Bremer Aktionsbündnis „Menschenrecht auf Wohnen“ in einer gestern vorgelegten Grundsatzerklärung vor einer zunehmenden Konkurrenz benachteiligter Gruppen auf dem Wohnungsmarkt. Die „Wohnungsfrage“ müsse zudem „deutlich an Gewicht“ gewinne, sagte Landesdiakoniepastor Manfred Meyer.

„Jeder Mensch soll seinen Anspruch auf eine angemessene, menschenwürdige und bezahlbare Wohnung einlösen können“, forderte Bündnissprecher Joachim Barloschky. Aber eben das sei nicht so einfach. Die Flüchtlingskrise etwa sorge für eine „Verschärfung der Wohnungsnot“. Zudem müssten mehr und mehr Menschen „Platte machen, weil man keine bezahlbare Wohnung kriegt“.

Barloschky: „Wir gehen davon aus, dass es mittlerweile 600 Menschen in Bremen sind, die draußen leben müssen.“ Vor wenigen Jahren noch wurde die Zahl der Obdachlosen in Bremen auf etwa 300 geschätzt.

Große Familien in viel zu kleinen Wohnungen und Studenten, die keine Wohnung finden. 1400 Flüchtlinge, die in Zelten untergebracht sind – und Mieter, die in ständiger Angst vor Investorengesellschaften leben, denen ihre Wohnungen gehören: „Es ist nicht mehr möglich, die Augen vor der Wohnungsnot zu verschließen“, so Barloschky. Einer steigenden Zahl von Menschen werde das in der Landesverfassung zugesicherte Recht auf eine angemessene und bezahlbare Wohnung faktisch versagt. Schuld daran sei eine über Jahre verfehlte Wohnungsbaupolitik. Betroffen seien davon nicht allein Flüchtlinge, sondern ebenso Obdachlose, Rentner, Studenten, Singles, Alleinerziehende, große Familien und Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen seien.

Das Bündnis fordert nun ein zusätzliches kommunales Neubauprogramm, in das Bremen insbesondere die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewoba einbeziehen solle – schon allein, damit die Stadt auch auf Sicht „die Kontrolle“ behalte. Ziel: 5000 Sozialwohnungen, und zwar möglichst schnell. Anreize für private Investoren genügten nicht, um das Problem zu lösen. Zur Finanzierung des Programms hatte Barloschky noch einen originellen Vorschlag parat. In Bremen gebe es 10000 Vermögensmillionäre. Sie könnten zu einer „Sonderabgabe“ herangezogen werden.

Das Bündnis geht nicht ohne Grund in diesen Tagen mit der Grundsatzerklärung an die Öffentlichkeit. Nächste Woche, am 2.Dezember, will Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) das von seinem Vorgänger Jens Böhrnsen ins Leben gerufene „Bündnis für Wohnen“ wiederbeleben.

Wann eine Teilqualifizierung sinnvoll ist

Wann eine Teilqualifizierung sinnvoll ist

Das Aus für die klassische Küche

Das Aus für die klassische Küche

Trump nimmt Amtsgeschäfte auf

Trump nimmt Amtsgeschäfte auf

Prinzessin Caroline von Monaco feiert 60. Geburtstag

Prinzessin Caroline von Monaco feiert 60. Geburtstag

Meistgelesene Artikel

Polizeieinsatz gegen den Drogenhandel: Kontrolle in Spielothek

Polizeieinsatz gegen den Drogenhandel: Kontrolle in Spielothek

Prozess gegen Ferdi M.: Familie und Kollegen des Opfers berichten

Prozess gegen Ferdi M.: Familie und Kollegen des Opfers berichten

Unfall mit Schüler: Observationsbericht belastet 27-Jährigen

Unfall mit Schüler: Observationsbericht belastet 27-Jährigen

Marcel Kalz und Iljo Keisse sind die Könige von Bremen

Marcel Kalz und Iljo Keisse sind die Könige von Bremen

Kommentare