Schnee sorgt für Blechschäden / Flughafen lahmgelegt / Flüchtlingszelte geräumt

„Einer nach dem anderen“

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Ganz in Weiß: Martinistraße am Mittag.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Stundenlange Schneefälle, klirrende Kälte, eisglatte Straßen – mit Macht hat sich der Winter gestern gemeldet und auch den Verkehr in Bremen streckenweise lahmgelegt. Der Flughafen war zeitweilig gesperrt, am Hauptbahnhof hatten etliche Züge Verspätung. Bis zum späten Nachmittag zählte die Polizei im Stadtgebiet insgesamt 65 Einsätze, die mit der Wetterlage zu tun hatten.

Verletzt wurde niemand, in der Regel handelte es sich um Blechschäden. „Kurz nach Mittag kam einer nach dem anderen“, sagte ein Polizeisprecher. „Da mussten wir ganz schön ackern.“ Auf den Autobahnen 1 und 27, auf den Straßen der Stadt – überall krachte es, denn: „Viele Winterreifen hatten sich wohl noch nicht an den Schnee gewöhnt...“ Die Straßen waren bereits am Morgen stellenweise spiegelglatt geworden. Am Vormittag setzte dann heftiger Schneefall ein.

In der Überseestadt wurden am Nachmittag Flüchtlingszelte geräumt, weil die Schneemassen zu heftig aufs Dach drückten. Zudem waren Wasserleitungen eingefroren. Die Bewohner wurden deshalb in der Gesamtschule West untergebracht.

Die Busse und Bahnen der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) kämpften sich durch den Schnee, so gut es ging. Aber auch hier kam es zu witterungsbedingten Verspätungen und Verzögerungen. Auf ihren elektronischen Anzeigetafeln bat die BSAG ihre Fahrgäste um Verständnis. Am Nachmittag waren viele Haltestellen gefegt. Auch die Straßenräumdienste fuhren buchstäblich Sonderschichten.

Am Flughafen aber kam man zeitweilig gegen die Schneemassen nicht mehr an. Besonders in den Mittagsstunden wurden Flüge – etwa nach München, Istanbul und Gran Canaria – abgesagt. Andere Flüge wurden verschoben, ankommende Flieger umgeleitet. Am späten Nachmittag normalisierte sich die Lage wieder.

Viele junge Bremer waren zu der Zeit längst auf Fortbewegungsmittel umgestiegen, die zum Wetter passten – auf Schlitten zum Beispiel. Für Freude sorgte der Wintereinbruch auch beim Naturschutzbund (Nabu). „Nach den wochenlangen Rekord-Plusgraden hat es die Natur gerade noch rechtzeitig kalt erwischt“, sagte Nabu-Geschäftsführer Sönke Hofmann gestern. „Der Frost stoppt aktuell den vorzeitigen Austrieb der Pflanzen, bevor irreparable Schäden entstehen konnten. Auch Winterschläfer wie Igel und Fledermäuse können nun beruhigt weiterschlummern.“

Für Vogelbeobachter sei der Frost „ein Segen“, treibe er ihnen doch die gefiederten Freunde zur Futterstelle. „Beste Bedingungen für die bundesweite Vogelzählung des Nabu vom 8. bis 10. Januar.“ Hofmann weiter: „Spätestens jetzt sollten Meisenknödel und Futtersäulen aufgehängt werden.“ Ideal sei ein geschützter Platz an oder in einem Gebüsch.

Und wie geht‘s weiter? Für die Nacht waren erneute Schneefälle angekündigt, bis zur Wochenmitte soll es kalt bleiben. Und damit wohl auch: glatt.

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