Äffchen „Jupp“, Bananenfalter und Pfefferschrecken

Sommer in der Botanika: Schleuse in die Tropen

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Ein Herz und eine Seele: Tierpfleger Philippe Kleppe und der fast ein Jahr alte Weißhandgibbon „Jupp“ vor dem Gehege in der Botanika im Rhododendronpark.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Eine Gruppe von Grundschulkindern sammelt sich um Tierpfleger Philippe Kleppe. Auf seinem Arm sitzt „Jupp“. Am 4. Juli hat „Jupp“ seinen ersten Geburtstag. Noch kommt der jüngste von fünf Weißhandgibbons nur tagsüber in die Botanika, nachts schläft er noch bei seinen Pflegern. Dennoch ist der kleine Affe mit der Windel zweifellos ein Publikumsmagnet.

Der Besuch bietet eine Art Weltreise im Miniformat bis in tropische Ferne. Vor der Botanika erblüht der Botanische Garten, während der Rhododendronpark wieder von bunt zu grün wechselt. „Alle Jahreszeiten im Park haben ihren Reiz, die Blüte, die jetzt beginnende Grünphase und auch die Herbstfärbung“, sagt Sylvia Schuchardt, Sprecherin der Botanika.

Die Pfleger sind derweil zufrieden mit „Jupp“. Mittlerweile wiegt er mehr als zwei Kilo. „Er wird mobiler. Die motorische Entwicklung verläuft gut“, sagt Kleppe. Möglicherweise kann der kleine Affe in einem halben Jahr in die Botanika ziehen. „Er lernt zurzeit seine Geschwister kennen. Das Klettern verfeinert sich“, so Kleppe weiter. „Jupp“ hat zurzeit ein eigenes kleines Gehege.

Zwei Bananenfalter saugen Nektar im Schmetterlingshaus der Botanika. 

So viel Privatsphäre haben die etwa 700 Schmetterlinge im Schmetterlingshaus nicht. Ein Besuch dort ersetzt eine lange Flugreise. Subtropisches Klima, 26 bis 28 Grad und 80 Prozent Luftfeuchtigkeit verlangen vom Besucher einiges an Gewöhnung. Der Weg hinein führt durch eine Schleuse, dahinter ist ein Vorhang. Dieser Aufwand sorgt vor allem dafür, dass sich die Hauptbewohner nicht nach draußen verirren.

Zwei Bananenfalter, prächtige Schmetterlinge mit Flügeln, die an vertrocknete Blätter erinnern, sitzen auf Orangenscheiben und saugen mit ihren Rüsseln Nektar. Manchmal bekommen sie auch Zuckerwasser mit Vitaminen und Honig. Einmal am Tag ist Fütterung im Schmetterlingshaus. Das Team der Botanika erledigt das in 15  Minuten. Derweil fliegt ein Himmelsfalter durch die Luft. Ein schöner Schmetterling, die Flügel in prallem Blau mit schwarzem Rand. Insgesamt 60 Arten von Schmetterlingen leben hier.

In einem Terrarium sind Tiere ausgestellt, die wohl bei vielen Besuchern Unbehagen auslösen dürften: fünf Zentimeter große Schaben aus Madagaskar. „Die werden bei Filmaufnahmen statt Kakerlaken eingesetzt. Sie laufen auch nicht so schnell weg“, sagt Fabienne Roth, die in der Botanika ein Freiwilliges Ökologisches Jahr macht.

Schwarze Pfefferschrecke mit kräftigem Organ

Ein kräftiges Stimmorgan hat die Schwarze Pfefferschrecke. Als Tierpfleger Kleppe sie aus dem Terrarium nimmt, faucht sie. Das klingt ein wenig wie eine leise Klapperschlange. „Das erschreckt die Beutejäger“, sagt Kleppe. Vor seinem Bauch hängt „Jupp“ und guckt das tropische Tier interessiert an. Roth füttert die Tiere täglich. Sie essen alles, gerne frisches Obst, aber auch altes Holz.

Eine unbehagliche Größe weist der silberne Rotstreifentausendfüßler auf. Doch auch der lebt hinter Glas, genauso wie die Wandelnde Geige, eine als Blatt getarnte Fangheuschrecke, die trotz ihres großen Körpers gar nicht so leicht zu erkennen ist. „Aussehen wie etwas anders, das ist in der Natur eine häufig zu findende Strategie“, sagt Schuchardt. „Manchmal wiegen sie sich, dann sehen sie aus wie ein Blatt im Wind.“

Die Botanika öffnet montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr, am Wochenende und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr. Tickets kosten für Erwachsene 10,50 Euro, für Kinder fünf Euro.

www.botanika-bremen.de

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