„Uns macht Jamaika Spaß“

Daniel Günther zu Gast beim Neujahrsempfang der Bremer CDU

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Einmarsch der Gladiatoren: Daniel Günther (l.), Jörg Kastendiek (r.) und Carsten Meyer-Heder (im Hintergrund, mit Bart).

Bremen - Von Jörg Esser. Aufbruchstimmung. Die Bremer CDU will Aufbruchstimmung erzeugen, um nach der Bürgerschaftswahl im Frühjahr  2019 endlich mal ins Rathaus einzuziehen. So hat Landesparteichef Jörg Kastendiek (53) beim Neujahrsempfang am Donnerstagabend im Swissôtel nicht nur Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther als Stargast, sondern auch Carsten Meyer-Heder im Schlepptau. Der Unternehmer ist designierter und vom Parteivorstand nominierter Spitzenkandidat für die Landtagswahl. Der Zwei-Meter-Mann (56) soll zur Hauptfigur im „Projekt Aufbruch“ werden.

So weit, so zukünftig. Kastendiek hat für die Ablösung des rot-grünen Senats mit seiner „erbärmlichen Leistungsbilanz“ ein „interessantes Modell“ im Visier – Jamaika. Schwarz-Gelb-Grün. Ebenjenes CDU-FDP-Grünen-Regierungsbündnis, mit dem Günther in Kiel seit Juni 2017 praktiziert. „Das ist ein gutes Modell für andere Bundesländer“, sagt Kastendiek. Und erntet Applaus von vielen der rund 600 anwesenden Parteifreunde.

Güntner will „mehr Fröhlichkeit in die Politik bringen“. Das sei bislang zwischen Nordsee und Ostsee gelungen. „Uns macht Jamaika Spaß“, sagt der 44-jährige Shootingstar der Union. „Wir respektieren uns“, sagt er. Jede der drei Parteien habe im Koalitionsvertrag klare Punkte durchgesetzt. „Das ist besser, als minimale Kompromisse zu schließen.“

Groko: „Zufrieden, dass das quälende Theater ein Ende hat“

Kompromiss ist ein gutes Stichwort. Es geht nach Berlin. Die neue Groko aus CDU, CSU und SPD steht ja. „Wir sind immerhin durch“, sagt der Katholik aus Eckernförde. „Ich bin zufrieden, dass das quälende Theater ein Ende hat“, fährt er fort. Und: „Die Parteien haben sich nicht mit Ruhm bekleckert.“

So restlos begeistert scheint Günther von den Ergebnissen des Verhandlungsmarathons nicht zu sein. „Es gibt Schattenseiten“, sagt er. „Ich bin auch nicht zufrieden mit dem Ressortzuschnitt.“ Die CDU habe zu viele Federn lassen müssen. „Das ist in der Außenwirkung nicht gut.“ Aber letztlich sei die CDU-Handschrift in dem 177-seitigen Papier ja doch deutlich zu erkennen. 

Und für die Dauerkanzlerin hat er nur Lob parat: „Ohne Angela Merkel hätten wir die Regierung nicht zusammengebracht“, sagt der verheiratete Vater einer Tochter. „Ich bin verdammt stolz darauf, was Angela Merkel für die CDU erreicht hat.“ So sei der SPD-Versuch, bei „staatlichen Überschüssen ohne Ende“ die Steuern zu erhöhen, abgeschmettert worden. „Und jetzt wird sogar der Soli schrittweise abgeschafft.“

Günther beweist norddeutschen Humor

Wenn die Groko eine Koalition des Aufbruchs sein solle, gehörten neue Köpfe ins Kabinett, sagt Günther. Und eine moderne Volkspartei wie die CDU sollte die Macht verteilen und die Hälfte der Kabinettsposten mit Frauen besetzen. Wieder gibt es Applaus. Nicht ganz so laut.

Der Kieler Regierungschef verkörpert an diesem Abend durchaus Aufbruchstimmung. Häufig spricht er von Kehrtwenden. Und eben von Spaß in der Politik. Günther beweist Humor. Wunderbar norddeutschen Humor. Er schießt aus der Hüfte.

Seinen Bremer Parteifreunden und Quereinsteiger Meyer-Heder verordnet er Optimismus für die Wahl 2019. Es sei ratsam, nur ein paar wichtige Themenfelder zu beackern und die Leute nicht zu verwirren, sagt er. „Rot-Grün ist ja auch nicht so doll, da ist für die CDU richtig Luft nach oben.“ Und wieder ertönt Applaus. Ganz lauter.

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