Schlepper: „Gesetz soll Mehrarbeit regeln“

Kirche: Bremen fehlen 400 Erzieherinnen

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Carsten Schlepper, Leiter des Landesverbands Evangelischer Kindertageseinrichtungen in Bremen.

Bremen - Im Land Bremen fehlen nach Ansicht von Experten etwa 400 Pädagogen für die Kinderkrippen und Kindertagesstätten aller Träger. Zwar habe die jüngste Studie der Bertelsmann-Stiftung Bremen ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt.

Doch in der Untersuchung sei der Zeitaufwand der Erzieherinnen für die Arbeit mit Eltern, für Dokumentationen oder Teamsitzungen nicht ausreichend berücksichtigt, sagte der Leiter des Landesverbands Evangelischer Kindertageseinrichtungen in Bremen, Carsten Schlepper, gestern.

Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) betreut in ihren 65 Einrichtungen insgesamt 4671 Kinder bis zu sechs Jahren. Die Pädagoginnen benötigten etwa ein Viertel ihrer Zeit für Tätigkeiten, die nicht unmittelbar mit den Kindern in den Gruppen zu tun hätten, erläuterte Schlepper. „Sie leisten dies außerhalb ihrer regulären Arbeitszeit oder gar nicht.“ Beides sei nicht gewollt. Nötig sei ein Gesetz, das die notwendige Mehrarbeit regele. Auf dieser Grundlage könnten dann zusätzliche Fachkräfte eingestellt werden.

Die Kirche ist der größte freie Träger von Kindertageseinrichtungen im Land. Schlepper begrüßte, dass die frühkindliche Bildung nach der Bürgerschaftswahl vom Sozialressort ans Bildungsressort gegangen ist. Allerdings sei die Jugendhilfe weiterhin bei der Sozialsenatorin angesiedelt. „Wir brauchen die Jugendämter an unserer Seite“, so Schlepper. Um den Anforderungen des Kinderschutzes gerecht zu werden, seien die Kitas auf ein funktionierendes Netzwerk angewiesen. Die enge Zusammenarbeit von Bildungs- und Sozialressort sei dabei eine wichtige Voraussetzung.

Er hoffe, dass die Kirche in den Entscheidungsgremien des Landes mehr Einfluss erhalte. Bislang seien nur wenige Flüchtlingskinder in den Einrichtungen angekommen. „Flüchtlinge haben zunächst oft andere Sorgen als sofort einen Kindergartenplatz zu finden“, sagte Schlepper. Lediglich in Lüssum und in der Vahr werde erwogen, eine weitere Gruppe aufzumachen.

Aufgrund von Baumaßnahmen habe die Kirche die Zahl der Plätze in den Kitas und Krippen leicht reduziert. Die Plätze seien aber nicht verlorengegangen, sondern an andere Träger und Einrichtungen übergeben worden.

epd

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