Gäste dürfen wieder übernachten

Hotels in Bremen: Schleppender Start

Bei schönstem Wetter zog es am Montag die Gäste in die Außengastronomie. Aber innen dürfen die Lokale nun auch wieder öffnen.
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Bei schönstem Wetter zog es am Montag die Gäste in die Außengastronomie. Aber innen dürfen die Lokale nun auch wieder öffnen.

Touristen dürfen seit einigen Tagen wieder nach Bremen kommen und hier in Hotels übernachten. Wie wird das angenommen?

Bremen – „Es läuft an, aber verhalten“, sagt Nathalie Rübsteck, Hauptgeschäftsführerin beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Bremen. Seit gut einer Woche dürfen Touristen wieder in der Bremer Hotels übernachten, sofern sie einen maximal 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorlegen, vollständigen Impfschutz oder ihre Genesung von Corona nachweisen.

Dehoga: Knapper Vorlauf

Der Vorlauf war knapp. Erst zwei Tage vorher wurde die Dehoga über die Öffnung informiert, so Rübsteck und Ulricht Straten, stellvertrender Dehoga-Vorsitzender und Inhaber des Hotels Residence mit 90 Betten in Schwachhausen. Straten ist beim Verband für Hotels unter 100 Betten zuständig. Am 20 vormittags wurde der Beschluss an die Mitglieder des Dehoga weitergeben, so Straten. Kurzfristig beschloss der Senat dann Änderungen bei der Kontaktnachverfolgung. Die endgültige Verordnung habe erst am Tag der möglichen Öffnung vorgelegen. Aber da Touristen nicht von heute auf morgen buchten, hätte der Hotelbetrieb nicht sofort starten können. „Mitarbeiter sind in Kurzarbeit. Man muss Lebensmittel fürs Büfett besorgen, Reinigungsmittel und Bettwäsche müssen bereitstehen.“ Der Start beginne langsam.

Nicht nur Touristen mussten wegbleiben, auch die Zahl der Geschäftsreisen ging zurück, sagt Rübsteck. Es gab keine Messen. Vieles lief digital. Das hat auch Straten beobachtet. Geschäftsreisende machten normal 70 Prozent seiner Kundschaft aus. „Das Problem war, die Firmen haben die Mitarbeiter nicht losgeschickt. Sie wollten das Risiko nicht eingehen, dass ihre Mitarbeiter sich infizieren.“ Auch die Firmen, die Geschäftsreisende empfingen, seien verunsichert gewesen.

Bremer Hotels hoffen auf den Juni

Alles sei aufs Minimum runtergefahren worden, sagt Straten. Auch potenzielle Besucher müssten erstmal von ihren Reisemöglichkeiten erfahren und sich schlaumachen. Er schätzt, dass es im Juni zu einer merklichen Veränderung kommt. In der Sommer- und Herbstferienzeit würden dann Naherholungsgebiete sofort profitieren. Es gäbe aber eben auch den typischen Städtereisenden.

Aktuell seien zehn bis 15 Prozent der Betten belegt, so Straten. Eine 100-Prozent-Belegung sei generell die Ausnahme. „Ein neues, tolles Hotel an der Ostsee in bester Lage schafft bei bestem Wetter ein bis zwei Monate im Jahr 100 Prozent“, sagt Straten. Üblich sei eine Bestbelegung von 60 bis 70 Prozent.

Striktes Hygienekonzept

„Das Personal kommt aus der Kurzarbeit, sobald die Zahlen das zulassen“, sagt Straten. „Das wird langsam gehen.“ Er nimmt an, im September 50 Prozent der Besucherzahlen des Vergleichsmonats von 2019 zu haben. Weiterhin gilt ein striktes Hygienekonzept. Familien oder andere Gäste sitzen allein am Tisch. Der Nachbartisch bleibt frei. Im Hotel herrscht Maskenpflicht, Desinfektionsspray steht bereit.

Markus Griesenbeck, Geschäftsführer bei den Atlantic-Hotels, sagt zu den Häusern in Bremen: „Pfingsten war noch sehr verhalten. Die Gäste haben nicht zum Hörer gegriffen und für Pfingsten gebucht. Es war einfach zu kurzfristig.“ Es habe eher Nachfragen zu den Regeln gegeben. Anders sei die Lage bei reinen Urlaubshotels der Atlantic-Kette. Er berichtet von Standorten auf Sylt und in Travemünde. Sylt habe am 1. Mai geöffnet und sich schnell erholt. Das Hotel in Travemünde öffnete am 17. Mai. Beide Hotels waren Pfingsten ausgebucht. Die Stadt- und Business-Hotellerie brauche eine längere Erholung. Griesenbeck verweist auf den Bereich Veranstaltung, wichtig etwa für den Standort an der Galopprennbahn.

„Die Branche hofft auf Erholung nach den Sommerferien“, sagt Griesenbeck. Die Belegung habe vor den Lockerungen 15 bis 20 Prozent betragen, danach 30 Prozent. Die Sommerferien seien für Stadthotels nicht buchungsstark. Die Atlantic-Gruppe hat sechs Häuser im Land Bremen.

Rübsteck hofft, dass auch die Hotels davon profitieren, wenn es wieder mehr Freiheiten gibt, beispielsweise keine Testpflicht bei Aktivitäten.

Freut sich über Gäste: Ulrich Straten in seinem Hotel Residence.

Bremer Innengastronomie öffnet

Seit Montag darf auch die Innengastronomie in Bremen wieder öffnen – bis 23 Uhr. Voraussetzung dafür ist ein Hygienekonzept. Es gilt eine Testpflicht bis einschließlich 13. Juni. Danach ist diese ab einem Inzidenzwert von über 35 Pflicht.

In der Bremer Außengastronomie war am Montagmittag bei schönstem Sonnenschein einiges los, wie schon am Wochenende. Hingegen vermieste das launische Wetter die erste Woche der Öffnung. „Wenn man das positiv sehen will, kann man sagen, es war gut, um sich einzugrooven“, sagt Oliver Trey, Vorsitzender der Bremer Gastro-Gemeinschaft. Er bietet in seinem Burger-Laden „Little Butcher“ in Findorff Speisen zum Mitnehmen an. Ab Mittwoch will er auch innen öffnen. Er vermutet, dass Lokale, die neben der Innen- auch eine Außengastronomie haben, bei der erlaubten Öffnung mitziehen werden, weil es kaum Mehraufwand sei. Schlägt das Wetter um, könne man die Gäste kurz reinbitten. Bei reiner Innengastronomie rechnet er eher mit einem „moderaten Öffnungsgeschehen“, auch wegen des guten Wetters. Er befürchtet, dass die Testpflicht für innen Gäste abschreckt.

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