Gericht entscheidet für Professor

Schlappe für Bremen im „Titelkampf“

Bremen - Von Ralf SussekBREMEN · Im Titelkampf der Fußball-Bundesliga hat Werder nach der Niederlage gegen die Bayern keine Chance mehr, in einem anderen „Titelkampf“ hat Bremen ebenfalls eine Schlappe erlitten.

Die Sechste Kammer des Verwaltungsgerichts hat in einem Eilverfahren entschieden, dass ein Wissenschaftler weiterhin seinen bulgarischen Professorentitel führen darf. Das Gericht hält das von der Senatorin für Bildung und Wissenschaft erlassene Verbot für rechtswidrig. Zwar wurde in der Entscheidung offen gelassen, ob der Antragsteller in Deutschland berechtigt ist, den Titel „Professor“ zu tragen, für eine Untersagungsverfügung fehle jedoch die Rechtsgrundlage, heißt es zur Begründung.

Der Antragsteller ist ein in Bulgarien geborener Physiker. Ihm war im Jahre 1987 von der Höheren Zertifizierungskommission des Ministerrates in Bulgarien ein akademischer Titel verliehen worden. Das Bremer Wissenschaftsressort vertritt die Auffassung, der verliehene Titel in Bulgarien entspreche nicht dem eines Professors. Außerdem habe der Mann nicht nachgewiesen, dass er in Bulgarien einen Lehrstuhl innegehabt habe und zur Führung eines Professorentitels berechtigt gewesen sei. so die Behörde. Dies sei aber erforderlich, wenn sich der Antragsteller in Deutschland „Professor“ nennen wolle. Das Ressort holte auch eine entsprechende Auskunft bei der Zentralstelle für das ausländische Bildungswesen der Kultusministerkonferenz ein und untersagte dem Antragsteller den Professorentitel weiterhin zu führen.

Zu Unrecht, wie das Gericht befand: Dem Antragsteller sei unstreitig ein akademischer Titel ordnungsgemäß in dem EU-Mitgliedsstaat Bulgarien verliehen worden. Das Führen derartiger Titel im Inland ist abschließend in § 64 b des Bremisches Hochschulgesetzes (BremHG) unmittelbar geregelt.

„Ausländische Hochschulgrade, Hochschultätigkeitsbezeichnungen und Hochschultitel sowie entsprechende staatliche oder kirchliche Grade, Bezeichnungen und Titel dürfen (…) geführt werden, wenn sie von einer ausländischen, im Herkunftsland anerkannten und zur Verleihung berechtigten Hochschule (…) verliehen worden sind“, heißt es da unter anderem.

Das Verwaltungsgericht weist in seinem Beschluss darauf hin, dass die Behörde nur die Möglichkeit habe, eine Strafanzeige wegen Missbrauchs von Titeln zu erstatten. Dann könne „ein Betroffener“ mit einer Feststellungsklage die Befugnis zur Titelführung klären lassen.

Der Beschluss ist nicht rechtskräftig. Die senatorische Behörde kann noch Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht einlegen.

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