Schlagerparty auf dem Theaterschiff: „Hab’n Sie nicht ‘nen Mann für uns?“

„Arbeitslos durch die Nacht“

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Marie (Marie-Christine Banga, l.) und Maren (Maren Reimann) sind auf der verzweifelten Suche nach Mr. Right.

Bremen - Von Isabel Niesmann. Entmutigt und verzweifelt sitzen Maren (Maren Reimann) und Marie (Marie-Christine Banga) in der Anfangsszene von „Hab’n Sie nicht ‘nen Mann für uns?“ in Bademantel und mit Lockenwicklern auf dem Sofa. Nach einem ausgiebigen Wellness-Tag lautet ihr niederschmetterndes Fazit: „Wir sind schon dreimal runderneuert, aber immer noch Single.“

Soviel sei verraten: Der Beziehungsstatus der beiden Protagonistinnen wird sich im Laufe des Stückes, das am Donnerstag auf dem Theaterschiff (Tiefer) Premiere feierte, noch ändern. Die eigentliche Geschichte rund um die Suche nach Mr. Right war bei der „Schlagerparty zum Mitfeiern“ unter Regie von Sina Selensky ohnehin zweitranging und das Happy End vorhersehbar.

Bis dahin aber ist es ein langer Weg. Nichts bleibt unversucht: Von Ü-30-Partys übers Speed-Dating bis hin zu Kontaktanzeigen probieren die beiden Freundinnen alles. So treffen sie zum Beispiel beim Blind Date auf Kevin (Philip Schwarz), der nach dem Motto „arbeitslos durch die Nacht“ lebt, ein „krass-konkreter Sänger“ ist, in Glitzer-Kappe und Jogginghose die „Schnecken abcheckt“ und den Besuchern Lachtränen in die Augen treibt.

Eingebunden wird die Geschichte in eine musikalische Zeitreise mit aktuellen Partyhits und Kultschlagern aus vergangenen Jahrzehnten. So verwandelt sich das Café, in dem das Blind Date mit dem arbeitslosen Kevin stattgefunden hat, in das „Café Oriental“, und der Kellner (Sascha Huber) wird zum Scheich. Klar, dass die „Zuckerpuppe aus der Bauchtanzgruppe“ nicht weit ist. In die 70er Jahre geht es mit der „Klimbim“-Familie, den dazugehörigen Zeitungsschlagzeilen und Werbesprüchen. Nach dem letzten theatralisch gehauchten „Ti amo“ wird Howard Carpendale kurzerhand in den Flieger nach Südafrika gesetzt und durch eine ausgelassene „Fiesta Mexicana“ mit Sombrero und Poncho ersetzt.

Auch Udo Lindenberg kommt „Im Sonderzug nach Pankow“ vorbei. Und aktuelle Schlagerstars wie Florian Silbereisen und Andrea Berg dürfen nicht fehlen. Am Ende steht die geschmetterte Erkenntnis: „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“.

Bei den teilweise überzogenen Darbietungen aus der schillernden Schlagerwelt nahmen die Schauspieler sich selbst nicht ganz so ernst und agierten selbstironisch. Die zahlreichen Kostüm- und Schauplatzwechsel machten die zwei Stunden unterhaltsam und abwechslungsreich, gleichzeitig bedeuteten sie etwas viel – wenn auch kurze – Umbauphasen. Diese hielten das Publikum aber nicht davon ab, schon nach den ersten fünf Minuten bei den berühmten Liedern kräftig mitzusingen und zu -klatschen. Am Ende war es eine große Party mit ausgelassener Stimmung, die für Schlagerfans ein Muss, aber auch für alle anderen lustig und empfehlenswert ist.

„Hab’n Sie nicht ‘nen Mann für uns?“ ist bis Februar 2016 auf dem Theaterschiff zu sehen.

www.theaterschiff-bremen.de

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