Bremen in Brüssel

„Schlag- und tatkräftig“

Hinterhof-Charakter: Eingang der Europaabteilung an der Ansgaritorstraße 22 in der Bremer Innenstadt. ·

Bremen / Brüssel - Von Thomas Kuzaj · Europa abteilung, Ansgaritorstraße 22. Klingt nicht so verheißungsvoll, zumal der Eingang Hinterhof-Charme versprüht. Eine ganz andere Anmutung hat da doch die Adresse des Pendants, der bremischen Vertretung bei der Europäischen Union: Avenue Palmerston 22, Brüssel.

Seit nunmehr 25 Jahren ist Bremen in Brüssel mit einer Vertretung präsent. Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD), auch für Europa zuständig, seit der Bereich wieder dem Einflussbereich der Senatskanzlei zugeordnet wurde: „Als fünftes deutsches Bundesland hatte Bremen am 22. Juli 1987 ein Büro bei der EU eröffnet.“

Das Personal bestand anfangs aus exakt einer Person. Die SPD-Politikerin Karin Jöns, später lange Zeit Europaabgeordnete, leitete die Repräsentanz. „Aus dem Büro wurde eine sehr schlag- und tatkräftige Vertretung bremischer Interessen“, sagt Böhrnsen. Mittlerweile hat Bremens Vertretung bei der EU neun Mitarbeiter. Leiter seit 1999: Christian Bruns.

„Europa ist von der Idee her mehr als eine Bankenunion und der Euro“, sagt Bürgermeister Böhrnsen, der in diesem Jahr Urlaub in Griechenland macht. Die Präsenz in Brüssel lohne sich auf verschiedenen Ebenen. Böhrnsen nennt Stichworte wie Einflussnahme auf Gesetzgebungsarbeit und Werbung für Bremen, Einwerbung europäischer Fördermittel und Unterstützung bremischer Antragsteller, etwa aus Wirtschaft und Wissenschaft. Bruns lobt in diesem Zusammenhang die hohe Qualität bremischer Projekte: „Ein schlechtes Projekt, das wissenschaftlich keine Standards setzt, kann man nicht vermarkten in Brüssel.“ Gerade im Forschungsbereich profitiere Bremen von Europa. „Sehr viel mehr, als es der Größe unseres Bundeslands entspricht.“

Böhrnsens EU-Bilanz zeigt unterdessen auch, wie sich seit den 80er Jahren Gewichte verschoben haben – von regionalen Haushalten zu EU-Haushalten, sozusagen. 1986 förderte Europa in Bremen 45 Projekte mit insgesamt 18 Millionen Mark. Klaus Wedemeier (SPD), damals Bürgermeister, dankte höflich. Heute sind es etwa 700 Projekte, die Bremen im Internet unter der Adresse „http://www.eu-projekte.bremen.de“ zusammengefasst hat – mit Suchfunktion und vielen Detailinformationen.

Über den EU-Regionalfonds (Efre) bekommt Bremen in der Periode 2007 bis 2013 allein 142 Millionen Euro. Aus dem Sozialfonds fließen im selben Zeitraum 89 Millionen Euro, an Forschungsförderung kommen 123,4 Millionen Euro nach Bremen und Bremerhaven. In der maritimen Sicherheit, in der Luft- und Raumfahrt und in der Windenergie will Bremen in den nächsten Jahren europäische Akzente setzten, fasst Böhrnsen die „EU-Strategie“ des Senats zusammen.

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