Schlafen statt feiern: Rund 250 Asylbewerber finden in 46 Kabinen Platz

Das Bayernzelt steht

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Das Bayernzelt an der Neuenlander Straße steht. Jetzt wird das Zelt mit 46 Kabinen versehen. Insgesamt sollen hier ab Ende November 200 bis 250 Asylbewerber Unterkunft finden, vor allem Familien.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Das Bayernzelt steht. Von der Bürgerweide nach dem Freimarkt abgebaut, hat es jetzt seinen Platz an der Neuenlander Straße auf dem alten Gelände des Spielwarenladens „Toys‘r‘us“ gefunden. Auch Sanitär- und Duschcontainer sind bereits aufgebaut. Ende des Monats werden die ersten von insgesamt 200 bis 250 Asylbewerber einziehen. Dann heißt es: Schlafen statt feiern.

Damit nicht einfach jeder Neugierige auf das Areal marschiert, ist es eingezäunt. Das grüne Sozialressort hätte das Festzelt gern auf der Bürgerweide stehenlassen, doch Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) hatte angesichts des „Brennpunktes Bahnhof“ Sicherheitsbedenken. Und die Schausteller befürchteten, dass der Festplatz nicht rechtzeitig zur Osterwiese im Frühjahr 2016 wieder frei wird. Schließlich einigten sich die Ressorts auf das Gelände an der Neuenlander Straße als Standort für die neue Asylunterkunft. Zumindest bis Mai wird das Bayernzelt als Wohnstätte dienen. Bisher hat Bremen vier Zeltstandorte für insgesamt 1 200 Asylbewerber.

Inzwischen ist das Partyzelt entkernt. Wo Feierwütige vor kurzem noch an der Theke standen oder sich an Tischen zuprosteten, werden 46 Kabinen aufgebaut. Sie bieten jeweils Platz für vier bis fünf Personen. Vor allem Familien und einzelne Erwachsene werden hier leben. Auf der Galerie entsteht eine Essensausgabe, wie Bernd Schneider, Sprecher des Sozialressorts, sagt. Das Zelt ist beheizt. Rund um die Uhr werden sich auf dem Gelände Sicherheitsleute aufhalten. „Nachts sind sie gleichzeitig Ansprechpartner für die Flüchtlinge“, so Schneider. Tagsüber sind mehrere Betreuer des Trägers vor Ort.

Nach den aktuellen Zahlen sind bis Dienstag 835 000 Asylbewerber nach Deutschland gekommen – so viele wie noch nie. Der bisherige Höchststand geht laut Schneider auf das Jahr 1992 mit 440 000 Flüchtlingen, darunter viele Spätaussiedler, zurück. Bremen hat bisher in diesem Jahr 7 900 Asylbewerber aufgenommen und 2 000 unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA, früher unbegleitete minderjährige Flüchtlinge – UMF). Bis Ende des Jahres rechnet Bremen mit etwa 11 000 Asylsuchenden und rund 2 500 Jugendlichen.

Einschließlich der Zelte und Turnhallen stehen für die Unterbringung rund 35 Standorte zur Verfügung, „2012 waren es drei Unterkünfte“, so Schneider. An einigen Standorten wie Hemelingen, Überseestadt und Bremen-Nord ist die Aufstockung der Module um 200 Plätze in Arbeit.

Während laut Schneider in den vergangenen beiden Monaten vorwiegend Syrer und Afghanen nach Bremen kamen, stammte davor ein Drittel der Asylbewerber aus dem West-Balkan. Bis zum Willkommensgruß von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Sommer kam die Hälfte der Flüchtlinge aus Syrien.

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