Ehemann wegen Totschlags vor Gericht

Schläge mit Ziegelstein: Hochschwangere stirbt

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Der Angeklagte hält sich eine Mappe vor sein Gesicht, während er in den Verhandlungssaal geführt wird. Links eine Dolmetscherin, rechts Verteidiger Mario Kroschewski.

Bremen - Von Steffen Koller. Sie wollte die Scheidung, kurze Zeit später war sie tot – so sieht es die Staatsanwaltschaft im Prozess gegen einen 40-jährigen Türken, der am Freitag vor dem Landgericht Bremen begonnen hat. Dem Mann wird Totschlag und Schwangerschaftsabbruch in einem besonders schweren Fall zur Last gelegt. Er soll seine hochschwangere Ehefrau im Januar dieses Jahres mit einem Ziegelstein erschlagen haben. Dabei starb auch das ungeborene Kind des Paares.

Das Gespräch dauerte nicht lange, nur etwa 20 Minuten sollen die damals 40-Jährige und ihr angeklagter Ehemann über die bevorstehende Scheidung gesprochen haben. Auf ihren Wunsch hin, so Staatsanwalt Arne Kluger am Freitag bei der Anklageverlesung, wollte die Frau einen Anwalt beauftragen, sich um die Details der Eheauflösung zu kümmern. Doch dazu kam es nicht. „Der Angeklagte nahm sich vor, die Geschädigte zu töten, sollte sie nicht vom Scheidungswunsch abrücken“, sagte Staatsanwalt Kluger zum möglichen Motiv. So soll der heute 40-Jährige im Anschluss an das gescheiterte Gespräch vom Balkon der gemeinsamen Wohnung einen Ziegelstein genommen und mehrfach auf den Kopf der Frau eingeschlagen haben. Laut Anklage habe der Mann seine Frau dabei am Arm festgehalten, damit sie sich nicht wehren konnte.

Die durch die Schwangerschaft in ihrer Bewegung eingeschränkte 40-Jährige sank kurze Zeit später auf einem Sofa zusammen. Die alarmierten Ersthelfer konnten nur noch den Tod der Frau feststellen. Auch das Kind, das am 5. Februar zur Welt kommen sollte, konnten die Ärzte nicht retten. Bei der Obduktion der Frau stellten Mediziner mehrere Frakturen der Schädeldecke fest, zudem erlitt die Frau laut Anklage ein schweres Schädelhirntrauma, das wahrscheinlich todesursächlich war.

Verdächtiger wollte sich nicht äußern

Der 40-jährige Türke, für den vor Gericht eine Dolmetscherin übersetzen wird, sagte am Freitag, er wolle sich zur mutmaßlichen Tat nicht äußern. Nach ersten Erkenntnissen wurde der Mann, der sich zur Tatzeit wohl allein in der Wohnung in der Vegesacker Hochhaussiedlung Grohner Düne aufgehalten hatte, widerstandslos festgenommen und räumte gegenüber Ermittlern ein, seine Frau erschlagen zu haben. Weitere Details muss nun die Beweisaufnahme klären. Diese soll am 5. September beginnen.

Bis November sind neun weitere Verhandlungstage angesetzt. Bei einer Verurteilung drohen dem Mann bis zu 15 Jahre Haft.

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