Von Bord zum Bummeln

Brautleute und Bootsmänner

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Dieses Hochzeitspaar kommt per Boot zur „Nedeva“.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Die Brautleute aus Rostock kommen um 15 Uhr“, sagt Heidi Graef gut gelaunt, während Zulieferer und Touristen-Bus für einen kurzen Stau auf dem Schlachte-Boulevard sorgen.

Die Schiffe am Weserufer verbinden Stadt und Fluss. Sie sorgen für Geschichten und sind hier nicht mehr wegzudenken.

Aber auf der „Nedeva“ wird geheiratet, und das herausgeputzte Hotelschiff „Perle“wartet auf seine Gäste. „I am sailing …to be near you“, tönt es um 15 Uhr über das Wasser. Zur Freude der Menschen auf dem Boulevard und in den Biergärten kommt ein Brautpaar mit dem Schiff angefahren. Die Frischvermählten stehen auf der Bugspitze und fahren der winkenden Hochzeitsgesellschaft an Bord der „Nedava“ entgegen. Per Mikrofon werden sie rührend angekündigt. Ein großer Auftritt. „Es musste auf dem Schiff sein“, verrät Mitorganisatorin Graef, denn beide kommen aus der Schifffahrt. „Es ist etwas Besonderes und gehört mit Wasser und Schiffen zu Bremen.“

Krügers mit „Bootsmann“.

Mit ihren Schiffen hat die Schlachte nicht nur schöne Blickfänge an der Promenade, sondern auch Erlebnisräume auf dem Wasser dazugewonnen. Allein zwischen Wilhelm-Kaisen-Brücke und „Weser-Tower“ liegen in einer Reihe „Hanseat“, „Pannekoekschip“, „Weserstolz“, die Hotelschiffe „Nedeva“ und „Perle“, die „Friedrich“, „Gräfin Emma, „Senator“, „Das Schiff“, „Die Weser“ und „Ozeana“. Den Abschluss bildet auf dieser Meile der Steg der Marina Bremen, die von Freizeitskippern angelaufen werden kann. Der Landesverband Motorbootsport Bremen (LMB) betreibt die Marina, und seine Mitgliedsvereine stellen die ehrenamtlichen Hafenmeister. Gerade ist das Michael Brassat: „Hier finden gut 50 Boote Platz, wenn sie im Päckchen liegen“, sagt Brassat, „je nach Länge.“ Der Liegeplatz kostet ab einem Euro pro Schiffsmeter und Nacht aufwärts. Zur „Maritimen Woche“ seien 150 Boote da gewesen. Die Anleger kämen manchmal von weit her, Zürich, Frankfurt, England oder sogar Japan, freut sich Brassat. „Es gibt Leute, die das ganze Jahr über die Wasserwege befahren. Solche Leute bringen tolle Geschichten mit, die hier untereinander ausgetauscht werden.“ Auch Peter und Ricarda Krüger sind ein gutes Stück mit ihrem Motorboot „Franz“ nach Bremen gefahren. Eigentlich liegt ihr Boot südöstlich von Berlin. Sechs Wochen sind die beiden Rentner mit Hund „Bootsmann“ schon auf Tour und seit fast einer Woche in Bremen. „Stau gibt‘s nur an der Schleuse“, sagt Ricarda lachend. „Shoppen gehen“ können sie praktisch direkt von ihrem Anleger aus. Auf jeden Fall wollen sie noch eine Hafenrundfahrt nach Bremerhaven machen. „Da können wir aber nicht selbst fahren, weil wir keinen Seeschein haben“, erklärt der Skipper.

Beim Anlegen hilft man einander. Durch die Schiffe kommt frisches Seemannsgarn an die Schlachte.

Ein paar Liegeplätze weiter tuckert die „Neptun“ aus Hildesheim heran. Hafenmeister und die Nachbarn von der „Scout“ nehmen die Leinen an. Beim Hafenmeister bekommen die Gäste Tipps zu Schleusenzeiten, wo man tanken kann oder wie lange man zu einem anderen Hafen braucht. „Das sind sehr nette Hafenmeister“, finden die Krügers von der „Franz“. Das sächsische Paar wird bald die Weser wieder nach Minden hochfahren und über Mittellandkanal, Elbe, Kanäle und Seen zurück in den Heimathafen.

Die ehrenamtliche Hafenmeisterfamilie: Vater Michael mit Frau Melanie und ihren Söhnen Joost und Jann-Eike.

Auch die großen Segelschiffe trifft man am Weserufer: Auf dem „Pannkoekschip Admiral Nelson“ schmaust man mit Blick auf die Schlachte, auf dem Beck’s-Schiff „Alexander von Humboldt“ gibt’s Essen und kühles Pils in der Überseestadt. Die „Schulschiff Deutschland“ liegt auf der malerischen Rückseite des „Haven-Höövt“ in Vegesack. Und dann gibt es noch das Theaterschiff und die „Treue“ an der Tiefer.

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