Erweiterungsbau mit Festakt eingeweiht

„Schicksale lebensnah und packend“

Bremen - BREMERHAVEN · Mit einem Festakt ist am Sonnabend der Erweiterungsbau des Deutschen Auswandererhauses (DAH) in Bremerhaven eingeweiht worden. In Deutschland lebten schon jetzt rund 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund.

Ihre Integration sei eine Schlüsselaufgabe für die gesamte Gesellschaft, sagte Kultur-Staatsminister Bernd Neumann, langjähriger Bremer CDU-Chef. „Auf 1 000 Quadratmetern werden jetzt lebensnah und packend anhand von Einzelschicksalen auch 300 Jahre Einwanderung nach Deutschland gezeigt. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Integration“, betonte Neumann beim Festakt.

Das DAH habe sich in den sieben Jahren seines Bestehens einen ausgezeichneten Ruf erworben und wesentlich zur Steigerung der kulturellen Attraktivität Bremerhavens beigetragen, sagte Neumann. Auszeichnungen wie der europäische Museumspreis und jährlich über 200 000 Besucher machten die herausragende Stellung des Hauses in der deutschen Museumslandschaft deutlich. Nun komme das Thema Migration hinzu. Unter den 6 000 Museen in Deutschland sei das Auswandererhaus das einzige mit einem solchen Schwerpunkt. Dies, so Neumann, sei ein Argument für die Bereitschaft des Bundes gewesen, den Erweiterungsbau mitzufinanzieren.

Zudem sei das Haus ein Beispiel für eine gelungene Kooperation zwischen privater und öffentlicher Hand. Dass ein Museum so erfolgreich privatwirtschaftlich betrieben werde, sei einzigartig in Deutschland. Dies habe den Ausschlag dafür gegeben, dass sich der Bund mit zwei Millionen Euro an den Gesamtkosten des Erweiterungsbaus von 4,5 Millionen Euro beteiligt habe.

An dem Festakt nahmen auch Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen, Wirtschaftssenator Martin Günthner und Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (alle SPD) teil. Gestern durfte erstmals Publikum den neuen Teil des Auswandererhauses sehen. Und das kam reichlich. Die Besucher wandern auf den Spuren echter Auswanderer in die USA ein, erfahren ihre Biographie, erleben die beschwerliche Reise von Bremerhaven nach Ellis Esland in New York. Übrigens, wer mal in New York ist, kann auf Ellis Island sehen, wie Auswanderer dort ankamen.

Im Erweiterungsteil des DAH tauchen die Besucher in den Bahnhof Grand Central Terminal in New York ein und erfahren, wie die Auswanderer zu Einwanderern geworden sind.

Ein weiterer Abschnitt befasst sich mit Einwanderung in Deutschland. Dazu wurde eine Ladenzeile aus dem Jahr 1973, dem Jahr des Anwerbestopps, mit Originaleinrichtungen gestaltet. Man trifft auf einen alten Friseursalon, sieht alte Lampen und Mosaikfliesen von damals.

Laut Direktorin Dr. Simone Eick ist das Auswandererhaus das erste Migrationsmuseum in Europa. · gn

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