Kreativität zum Frühlingsanfang

Scharen strömen zum „Tausendschön“-Markt in die Überseestadt

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Bildschön, auch wenn es stark nach Arbeit aussieht: Ralf van der Kroft an seinem Stand mit LP- und Sägeblatthaltern sowie Helmlampen.

Bremen - Draußen regnet es, und in der Kundenparkhalle des Blumenmarktes und der Erzeugermarkthalle beim Bremer Großmarktes in der Überseestadt geht es ums Stöbern und Shoppen – im Trockenen. 120 Aussteller sind bei der vierten Ausgabe des Marktes „Tausendschön“ dabei.

Bei strömendem Regen strömen die Besucher am Sonntag in Scharen herbei. Gefragt zum Frühlingsbeginn am Montag sind besonders Schmuck und Metallwaren, etwa zur Installation im Garten, sagt Marktmeisterin Franziska Höppe.

Magenta die Trendfarbe für Schmuck

Eisenkünstler Peter Brüning hat unter anderem einen großen Gartenpavillon aufgebaut, mit einem Durchmesser von zwei Metern und vielen Schnörkeln zur Verzierung. „Ich baue auf Wunsch auch Pavillons mit fünf Metern Durchmesser“, sagt Brüning, ursprünglich Maschinenbaumeister. Teilweise baut er in seiner Werkstatt in Delmenhorst eigenhändig spezielle Werkzeuge, etwa zum Biegen von Metall.

In der Schmuckwelt ist im Frühling die Farbe Magenta angesagt. „Wir verkaufen viele Lederarmbänder mit Wechselsteinen, etwa Slider-Perlen“, sagt Schmuckdesignerin Sonja Antons aus Delmenhorst. „Außerdem gehen zur Zeit lange Ketten mit aufwendigen Anhängern gut.“ Diese passen zu luftig-weiten Dekolletés.

Dezente Mode ist im Frühling gefragt

Dagegen ist der aktuelle Farbtrend in der Modewelt dezent. „Im Edelbereich ist knallig nicht angesagt. Anthrazit und Blau sind im Trend sowie Strickware in hell oder in Wasserfarben“, sagt Saskia Beu, die sonst in ihrer „Luxux-Lounge“ in Martfeld Mode der VIP-Klasse anbietet. „Die Stoffe sollen leicht und multikompatibel sein.“ Insider würden vom gedeckten „Ibiza-Style“ sprechen.

Der Stand der Firma „Ralfons“ aus Bremen sieht spannend aus, erinnert aber auch sofort an Arbeit. Ein LP-Cover steckt in einem Stück Baumstamm. „Das ist ein guter Verwahrungsort, wenn die Platte gerade auf dem Teller liegt“, sagt Firmeninhaber Ralf van der Kroft, gelernter Zimmermann. Daneben: zwei weitere Stämme mit Blättern einer Kreissäge darin. Auch auf dem Tisch: gelbe Arbeitshelme mit Lampen und Kabeln für die heimische Decke.

Rapskissen sollen Vorteile gegenüber Kirschkernkissen haben

Ebenfalls in Bremen ansässig ist „My Körni“, ein Hersteller von Körner- und Rapskissen, genäht von Julia Hillmann. „Kissen mit Raps sind besser als die mit Kirschkernen“, ist sie überzeugt. Die Kissen sollen Hitze in der Mikrowelle aufnehmen. Dann sind sie eine halbe Stunde warm, etwas schwächer als eine Wärmflasche. „Raps ist weicher und hält die Wärme länger“, so Hillmann.

Nicastro Salvatore ist zufällig zum „Tausendschön“-Markt gekommen und zufrieden. „Ich habe eine Weinkiste am Ratskeller-Stand gekauft. Da will ich drauf trommeln. Das passt zu mir als Italiener“, sagt er.

Am Sonntag, 28. Mai, öffnet der Großmarkt, der im Alltag nur für Fachbesucher gedacht ist, von 11 bis 18 Uhr für jedermann.

mko

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