Schaffer-Splitter: Eine einzigartige Tradition mit einigen Unterbrechungen

Eine Bitte an Wilhelm Kaisen

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Das Haus Seefahrt in Grohn.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Tradition pur – das ist die Schaffermahlzeit. Und doch wurde die Tradition über die Jahrhunderte so manches Mal unterbrochen. Davon – und von einer Premiere – handeln unsere Schaffer-Splitter.

Eine Premiere war die 472. Bremer Schaffermahlzeit für Kapitän Klaus Thormählen, der Amt und Aufgaben des Verwaltenden Kapitäns von Holger Janssen übernommen hat. In diesem Jahr musste Thormählen nun zum ersten Mal in verantwortlicher Funktion darüber wachen, dass bei der Schaffermahlzeit alles klappt. Sein Vorgänger Holger Janssen war von 2008 bis 2015 Verwaltender Kapitän gewesen.

Verwaltender Vorsteher von Haus Seefahrt in diesem und im vergangenen Jahr: Friedrich Lürßen. Bei der Schaffermahlzeit werden Spenden gesammelt, die dem Zweck der Stiftung Haus Seefahrt zugute kommen, sprich: Der Unterstützung von in Not geratenen Seeleuten und ihren Hinterbliebenen sowie – seit einigen Jahren – der Förderung von Nautik-Studenten.

Seit 1545 wird die Schaffermahlzeit gefeiert – eine einzigartige Tradition. Aber es gab tatsächlich immer mal wieder keine Schaffermahlzeit. Zum Beispiel in den Jahren 1807 bis 1814, als Napoleons Vorherrschaft so weit reichte, dass sogar Bremen zu seinem Reich gehörte (Ende 1810 bis 1813, die „Franzosenzeit“).

1818/19 sorgten nach Auskunft von Haus Seefahrt „Unstimmigkeiten zwischen Schiffern und Kaufleuten“ dafür, dass das Brudermahl ausfiel.

In der Zeit von 1915 bis 1926 gab es ebenfalls keine Schaffermahlzeit – wegen des Ersten Weltkriegs und den anschließenden „Zeiten der Not“. Ähnlich war es von 1932 bis 1935, als die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise zu spüren waren. Wenig später begann das nationalsozialistische Deutschland den Zweiten Weltkrieg. Von 1940 bis 1951 fiel die Schaffermahlzeit ebenfalls aus.

1991 wurde diskutiert, die Schaffermahlzeit wegen des Golfkriegs ausfallen zu lassen. Man entschied sich dann aber dafür, das Mahl nicht abzusagen.

Ortswechsel: Im Kriegsjahr 1944 wurde der 1874 bis 1876 errichtete Sitz von Haus Seefahrt an der Lützower Straße im Bremer Westen zerstört – die (wie berichtet) jüngst bei Baggerarbeiten dort gefundenen Reste des Tafelservices erinnerten wieder daran. Ein Neubau der Stiftung entstand 1950/51 auf dem Oeversberg in Grohn. Die Räume des neuen Seefahrtshofs aber waren (und sind) zu klein, um dort die Schaffermahlzeit zu feiern.

So ging die Bitte an Nachkriegsbürgermeister Wilhelm Kaisen (SPD, 1887 bis 1979), die Obere Rathaushalle zur Verfügung zu stellen. Kaisen war einverstanden. Und so wird die Schaffermahlzeit seit 1952 in der Oberen Rathaushalle gefeiert – unter den prächtigen Orlogschiffen, die dort unter der Decke hängen. Und hier fest zum Rahmen der Traditionspflege gehören.

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