Sieben verletzte Polizeibeamte an einem Wochenende

Schädelhirntrauma, Bissspuren, Fingerbruch

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Polizisten leben gefährlich. Am Wochenende wurden sieben Beamte bei Einsätzen in Bremen verletzt. Außerdem trugen drei Rettungskräfte Blessuren davon. - Foto:

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Erst der Einsatz beim G20-Gipfel in Hamburg, bei dem die Polizei massiv angegriffen wurde und unter anderem 19 Polizeibeamte aus dem Bundesland Bremen verletzt wurden – und nun ein Wochenende, bei dem sieben Polizisten in Bremen Verletzungen davontrugen, zum Teil schwer (Schädelhirntrauma). „Erschreckend, was am Wochenende passiert ist“, sagte in einer Reaktion Rose Gerdts-Schiffler, Sprecherin des Innenressorts.

Zu den sieben verletzten Polizeibeamten kamen drei verletzte Rettungskräfte: ein Arzt, ein Feuerwehrbeamter und ein Rettungsassistent. Das bestätigte auf Nachfrage ein Sprecher der Feuerwehr. Den Angaben zufolge hatte es am Freitag einen Rettungseinsatz am Ameos Klinikum Dr. Heines, einem Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, in Oberneuland gegeben. Eine Person war kollabiert und musste wiederbelebt werden. Schon während der Reanimation hätten Familienangehörige die Einsatzkräfte beschimpft. Die Wiederbelebung war erfolglos, der Patient starb. Der mittlerweile auf 20 bis 25 Personen angewachsene Familienclan soll dann die Besatzungen von Notarztwagen und Rettungswagen nicht mehr nur verbal, sondern auch körperlich angegangen sein, so der Sprecher. Es folgten Tritte und Schläge, wie es heißt. Ein Notarzt, ein Feuerwehrbeamter und ein Rettungssanitäter erlitten leichte Verletzungen, die behandelt werden mussten. Die Männer setzten ihren Dienst dann fort. Die Polizei ermittelt, zwei Tatverdächtige sind den Beamten namentlich bekannt, wie ein Polizeisprecher auf Nachfrage sagte. „Die Ermittlungen dauern an“, sagte er.

Mit voller Wucht gegen den Kopf getreten

Wie berichtet, hatten zwei Polizeibeamte am Sonntagmorgen ein Schädelhirntrauma erlitten, als sie in Bahnhofsnähe am Breitenweg einen Streit schlichten wollten. Ein 22-Jähriger wurde den Angaben zufolge zu Boden gebracht, nachdem er versucht haben soll, die Polizisten zu attackieren. Dann mischte sich laut Sprecher ein 21-Jähriger ins Gemenge ein. Er soll Anlauf genommen und mit voller Wucht gegen den Kopf eines 34 Jahre alten Polizisten getreten haben. Sein Kollege (27) kassierte Faustschläge gegen den Kopf. Einem Beamten geht es besser, er konnte das Krankenhaus inzwischen verlassen, der andere wird weiter stationär betreut, sagte der Polizeisprecher.

Während der 22-jährige Tatverdächtige wieder auf freiem Fuß ist, befindet sich der 21-Jährige in Polizeigewahrsam. Die Staatsanwaltschaft hat Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung beantragt, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft bestätigte. Der 21-Jährige soll bereits mehrfach durch Körperverletzungen aufgefallen sein.

Bereits am Freitag hatte sich ein Polizeibeamter bei der Verfolgung (und Festnahme) eines mutmaßlichen Räubers in Grohn verletzt. Und Sonnabendmorgen war ein Polizist nach einer Schlägerei zwischen zwei Männergruppen verletzt worden. Den Angaben zufolge brach ihm ein 18-Jähriger auf der Flucht einen Finger.

GdP: Gewalt gegen Polizisten nimmt zu

Am Montag wurde auf Nachfrage bekannt, dass drei weitere Polizeibeamte bei Einsätzen verletzt wurden. Sie trugen unter anderem Bissspuren, Schürfwunden und Rötungen der Augen davon.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) beklagt bereits seit längerem zunehmende Gewalt gegen Polizisten. Die offiziellen Zahlen dazu wechseln laut Innenressort stark, sie lagen in den Vorjahren mal bei mehr als 300 Angriffen, mal bei gut 400.

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