Einblick in die Townships

„Mother Africa“: Satte Farben, schöne Stoffe, muntere Artistik

+
Ein Mensch beweglich wie eine Schlange: Kontorsionskünstler Geofrey Michaely Mogela aus Tansania.

Bremen - Man braucht nicht viel für die „iIkarischen Spiele“. Kirubel Mengiste Asfaw liegt auf dem Rücken, die Beine nach oben gestreckt, während er seinen Partner, den kleinen Natnael Menwoyelet Bayu, balanciert, dreht und immer wieder in die Luft stößt. Das Zirkusprojekt „Mother Africa“ begeistert am Sonnabend 500 Zuschauer im Metropol-Theater mit dem neuen Programm „New Stories from Khayelitsha“.

Das Projekt „Mother Africa“ besteht aus 30 afrikanischen Artisten, Musikern und Tänzern. Sie zeigen eine muntere Show, die einen Einblick in das Leben im Township Khayelitsha nahe Kapstadt mit etwa zwei Millionen Einwohnern gibt. Karge Hütten prägen das Bühnenbild. Bunt sind dagegen die Kleider des Teams mit satten Farben und schönen Stoffen. Immer wieder zeigt ein Tanzensemble afrikanische Tänze, in die es Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs, etwa Schüsseln oder auch Besen einbaut. All das strotzt vor Lebensmut. Auch die Live-Band überzeugt.

Geofrey Michaely Mogela aus Tansania kommt flach wie eine Spinne in die Mitte der Arena gekrabbelt. Er läuft auf den Händen. Seine Beine hat er über die Schultern nach vorne ausgestreckt. Der Kontorsionskünstler scheint wie aus Gummi zu sein.

Er bringt seinen Körper in die unmöglichsten Posen. Er kann sich auch andersherum verbiegen, wonach er von hinten auf seinen Po blickt und kurz auf seinem unteren Rücken trommelt. Er ist biegsam wie eine Schlange. BMX-Touren machen auch im Township Freude. Rashid Hamadi aus Tansania macht darauf gleich einige Kunststücke in voller Fahrt, darunter einen Handstand, den Blick zur Seite gerichtet und die Hände auf dem Lenker und dem Sattel. Mit den Händen auf dem Lenker stehend, springt er bei voller Fahrt einen Salto. Dann wird ihm, als er kurz abgestiegen ist, das Vorderrad geklaut. Das stört ihn wenig. Er setzt seine Fahrt auf dem Hinterrad fort.

Aus Äthiopien stammt die junge Hula-Hoop-Künstlerin Fikir Hussen, die mit einem strahlenden Lächeln und enormen Geschick im Umgang mit den Reifen die Herzen der Zuschauer erobert. Jeweils zwei Reifen an jedem Arm, bewegt in Gegenrichtung, und dazu ein an einem Bein kreisender Ring, ergeben einen überaus faszinierenden Anblick.

Elegant lässt sie die Ringe ihren Körper hochwandern und fängt zugeworfene Reifen auf, bis mehr als zehn davon um ihren Körper kreisen. Auch mit ihrem Hals kann sie einen Reifen in der Bahn halten. Das klappt sogar noch oberhalb ihres Kopfes. Und zwar mit einem kleinen Schopf aus zusammengebundenen Haaren.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Trump gegen Greta in Davos: Das Rededuell um den Klimaschutz

Trump gegen Greta in Davos: Das Rededuell um den Klimaschutz

Linsen vor dem Kochen keimen lassen

Linsen vor dem Kochen keimen lassen

Affen und Dschungelwelten sind bei Tapeten im Trend

Affen und Dschungelwelten sind bei Tapeten im Trend

Wie viel Hightech in neuen Lenkrädern steckt

Wie viel Hightech in neuen Lenkrädern steckt

Meistgelesene Artikel

Ärger nach Trecker-Demo: Landwirte beseitigen Spuren des Protests

Ärger nach Trecker-Demo: Landwirte beseitigen Spuren des Protests

770 Herren, 30 Damen, kein Senatsmitglied: Weiterhin Kritik am Bremer Eiswettfest

770 Herren, 30 Damen, kein Senatsmitglied: Weiterhin Kritik am Bremer Eiswettfest

Gold und Dramatik

Gold und Dramatik

„Sieg Heil“-Rufe im Hauptbahnhof Bremen- Polizei nimmt 26-Jährige fest

„Sieg Heil“-Rufe im Hauptbahnhof Bremen- Polizei nimmt 26-Jährige fest

Kommentare