Sarah Connor begeistert mit ihrer „Muttersprache“ 1400 Fans

Gänsehaut in der Glocke

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Gefeiert: Sarah Connor in der Glocke.

Bremen - Von Viviane Reineking. „Zu Hause ist es einfach immer am geilsten“, wird sie ihren Fans am Ende eines intensiven Abends entgegenrufen. Zwei volle Konzertstunden auf der Bühne hat Sarah Connor vor der Zugabe bereits hinter sich – und die knapp 1400 Besucher in der ausverkauften Glocke an der Domsheide am Montagabend zum Tanzen, Singen, Lachen und Weinen gebracht.

Der Saal tobt bereits, da steht die 35-Jährige noch gar nicht auf der Bühne. Als „Support“ nämlich hatte Sängerin und Songwriterin Celina Bostic beste Arbeit geleistet und mit ihren frisch-frechen Songs („Papa“, „Religion“) begeistert.

Hautenge Lederhosen, Schlabbershirt und grauer Hut, so legt Sarah Connor dann selbst auf der Bühne los. Der erste Song „Halt mich“ stammt wie die meisten des Abends vom aktuellen Album „Muttersprache“. Ihr erstes Album, das sie – passend zum aktuellen Trend – eben auf Deutsch aufgenommen hat. Und so singt sie beim dritten Lied geradeheraus: „Hätt‘ nie gedacht, dass es mal sowas gibt, jetzt sing ich Dir ‘n deutsches Liebeslied“.

Zu diesem Zeitpunkt stehen die Besucher bereits vor ihren Sitzen, klatschen und singen selig mit. Begleitet von ihrer sechsköpfigen Band und drei Backgroundsängerinnen, thematisiert die ehemalige Delmenhorsterin in melodiösem Soul-Pop das Leben („Mit vollen Händen“) und, am Bühnenrand sitzend, die Beziehung zu ihrer besten Freundin („Meine Insel“), mit der sie in „vielen weißweindurchtränkten Nächten“ über so manches philosophiert habe.

Alte Songs in ihrer „Vatersprache“ („From Zero to Hero“, „Let‘s get Back to Bed Boy“) dürfen zwar nicht fehlen, werden aber, vielleicht nicht zum Imagewechsel passend, in einem Medley versteckt. Egal, sind die Fans doch ob der aktuellen deutschen Songs komplett aus dem Häuschen. Und die handeln von der Liebe („Wenn du da bist“, „Mein König“), vom Muttersein („Bedingungslos“) und vom Tod: Mit „Das Leben ist schön“ rührt sie einige der überwiegend weiblichen Zuschauer zu Tränen. Ihren Kindern, verrät die Sängerin, ist der Song zu traurig, weshalb sie eine Platte ohne ihn bekommen haben. Ein 14 Jahre alter Popsong, der „mit mir ein bisschen erwachsen geworden ist“, sei „From Sarah with Love“. Ihn performt sie an diesem Abend in Begleitung ihres Gitarristen Torsten Goods weniger poppig und viel purer als zu früheren Zeiten, bevor sie gänsehautverdächtig beim letzten Refrain mit ihrer Stimmgewalt beeindruckt.

Das ganz direkt gefragte „Kommst du mir ihr“ überzeugt das Bremer Publikum ebenso wie tags zuvor in Köln, also singt sie es gleich zweimal hintereinander, bevor die Wut über den Ex in Traurigkeit (das von Gregor Meyle „geborgte“ „Keiner ist wie du“) übergeht. Auf „Wie schön du bist“ muss das Publikum erwartungsgemäß bis fast zum Schluss warten.

Zum Finale gibt die blonde Sängerin ihren Fans zu Projektionen von Menschen auf der Flucht mit „Augen auf“ noch etwas Gesellschaftskritisches zum Nachdenken mit auf den Weg: „Das ist unser Leben, nur wir können was bewegen.“

Der Vorverkauf für das nächste Bremen-Gastspiel läuft bereits: Am Sonntag, 6. März 2016, ist Sarah Connor dann in der Bremer Stadthalle (ÖVB-Arena) zu Gast (Beginn: 20 Uhr). Karten gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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