Arbeiten am Hochwasserschutzprojekt beginnen

Sandstrand für Überseestadt

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Fröhliches Probesitzen: WFB-Chef Andreas Heyer (v. l.), Wirtschaftssenator Martin Günthner und Bau-Staatsrat Ronny Meyer.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Etwas Sand ist schon aufgeschüttet. Hier, an der „Weichen Kante“ am Wendebecken nahe dem Molenturm, soll ja auch ein Strand zum Verweilen mit Grünbereichen entstehen. Dafür wird das Wasser ein gutes Stück zurückgedrängt werden – um Platz für den Strand zu schaffen.

Die „Weiche Kante“ stellt den städtebaulichen Abschluss der Überseestadt dar. Drei Liegestühle stehen am Freitag bereit. Davor stecken Kunststoffschaufeln im Sand. Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD), Ronny Meyer, Staatsrat beim Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, sowie der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB), Andreas Heyer, sitzen schon mal Probe. Und machen ein paar „Spatenstiche“, werfen etwas Sand durch die Gegend.

Was die Bauarbeiten allerdings nicht spürbar beschleunigen dürfte. Ende 2018 soll der Strandpark „Weiche Kante“ fertig sein. Anwohner und Besucher können auf dem neu gestalteten Areal mit der Größe dreier Fußballfelder den Blick aufs Wasser genießen. Das Baden wird allerdings nicht erlaubt sein. Das Wendebecken wird weiter benötigt, da Schiffe nach wie vor hier verkehren. Eigentlich dient die Anlage dem Hochwasserschutz.

Projekt soll auch schön werden

Doch die „Weiche Kante“ soll auch schön werden. „Bei Deichen haben wir einen trennenden Hochwasserschutz. Doch hier geht es um den Schutz in einer pulsierenden Region“, sagte Staatsrat Meyer. „Der Strand wird bei normalem Hochwasser trockenbleiben.“ Der vorläufige Name „Weiche Kante“ charakterisiere die Art der Anlage, den weichen Verlauf von Land zu Wasser, so Heyer. Der endgültige Name steht noch nicht fest und wird in einem Wettbewerb ermittelt. Vorschläge können ab Mitte August eingereicht werden. Nähere Informationen hierzu stehen noch aus.

Je nach Stand der Gezeiten wird die „Weiche Kante“ unterschiedlich aussehen. Bei Niedrigwasser kommen Pflanzen im Uferbereich zum Vorschein. Bei Hochwasser sind sie nicht zu sehen. Neben dem Strand dort, wo heute Wasser ist, wird auch eine mit Kiefern und Strandgräsern bewachsene Düne entstehen. Zudem sind Holzwege auf dem Sand, ein Wasserspielplatz und eine Sitzbank entlang dem Deichverteidigungsweg mit Blick entweder auf das Wendebecken oder den am Rand des neugestalteten Areals entstehenden Boulevard Gustav-Erikson-Ufer geplant.

Mehrstufiger Spüldeich geplant

Der Boulevard wird in etwa 30 Metern Abstand zum heutigen Wasserstand liegen, nach den Arbeiten werden es 60 bis 70 Meter sein. Dieser Effekt soll durch einen mehrstufigen Spüldeich unter Wasser erreicht werden. Dieser erinnert an eine Treppe. Der Bereich hinter den jeweiligen Spundwänden wird mit Sand ausgefüllt, erklärte Projektleiterin Nicole Raminy von der WFB.

Die auf fünf Wochen angesetzte Kampfmittelräumung im Wasser ist bereits im vollen Gange. „Wir haben da 200 Verdachtspunkte ausgemacht. In den meisten Fällen handelt es sich aber nur um harmlose Metallteile“, sagte Heyer. An Land sind zwölf Wochen Kampfmittelräumung vorgesehen.

Weg zum Molenturm wird gesperrt

Das Molenturm-Areal wird zeitnah umgestaltet. Dafür muss der Weg zum Molenturm aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Geplant ist ein neuer Weg, auf beiden Seiten bepflanzt mit Ulmen. Auch mobilitätseingeschränkte Personen sollen so einen leichteren Zugang zum Molenturm bekommen.

Im Frühjahr sollen dann die Sandauffüllungen für den Strandpark beginnen. 150 000 Kubikmeter werden mit dem Schiff transportiert, aufgespült und -gefüllt. „Das ist umweltfreundlicher, als das mit 10 000 Lkw-Fahrten zu machen“, sagte Heyer. Zudem sei diese Methode auch kostengünstiger.

Die Projektkosten von 8,7 Millionen Euro werden zu fast 85 Prozent vom Bundesbauministerium und durch das europäische Efre-Programm bezahlt.

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