„Sams“-Erfinder Paul Maar mit dem Bremer „Kinder-Oskar“ ausgezeichnet

Der unaufdringliche Appell

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Jugend- und Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) überreicht dem Schriftsteller Paul Maar auf der „Kindertag“-Hauptbühne im Bürgerpark den Bremer „Kinder-Oskar“ – und natürlich stehen auch Kinder mit auf der Bühne.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Am Samstag kam das „Sams“ zurück, und am Sonntag gab es einen Preis für dessen Schöpfer: Der Bamberger Kinder- und Jugendbuchautor Paul Maar (77) ist gestern Nachmittag im Bürgerpark mit dem Bremer „Kinder-Oskar“ ausgezeichnet worden. Mit der undotierten Auszeichnung solle sein Lebenswerk gewürdigt werden, sagte die Jury.

Maar ist Autor von Kinderbuch-Klassikern wie „Der tätowierte Hund“, „Lippels Traum“ und „Herr Bello und das blaue Wunder“. Und er ist – eben – vor allem auch der Vater der „Sams“-Reihe, in der vor wenigen Wochen der neue Band „Ein Sams zu viel“ erschienen ist.

Mit seinem „Sams“ hat Maar eine Figur erfunden, die fast jedes deutsche Kind kennt – in vielen Kinderzimmern stehen „Sams“-Bücher und „Sams“-CDs. 1973 kam das erste Buch mit dem Titel „Eine Woche voller Samstage“ in den Buchhandel. Sieben weitere Bände sind bis heute herausgekommen, darunter „Am Samstag kam das Sams zurück“ (1980) und „Ein Sams für Martin Taschenbier“ (1996).

„Sams“-Bücher sind auch verfilmt worden. Das ziemlich freche, vorlaute und stets wortakrobatisch reimende „Sams“ mit den blauen Wunschpunkten wurde dabei von der Schauspielerin Christine Urspruch dargestellt.

Maars Werk sei von „großem Respekt vor der Lebens- und Empfindungswelt der Kinder“ gekennzeichnet, „ohne jemals ins Rührselige zu verfallen oder moralisch belehrend zu wirken“, heißt es in der Begründung der Jury.

Paul Maars erster „Sams“- Band ist 1973 herausgekommen.

Maar, am 13. Dezember 1937 in Schweinfurt geboren, wollte schon zu Schulzeiten Künstler werden. Nach dem Abitur studierte er in Stuttgart Malerei und Kunstgeschichte – und schrieb Gedichte; zunächst noch für Erwachsene. Als junger Vater hat er dann damit angefangen, für Kinder zu schreiben. Sein erstes Kinderbuch kam 1968 heraus – das war „Der tätowierte Hund“. Maar wurde mit etlichen Kinder- und Jugendliteraturpreisen ausgezeichnet.

Der „Kinder-Oskar“ wird seit 1990 jährlich vom Bremer Landesbetriebssportverband (LBSV) vergeben – als Wandertrophäe in Form eines hölzernen Elefanten. Er soll Menschen und Organisationen würdigen, die sich besonders für das Wohl von Kindern einsetzen.

Die Auszeichnung ist gestern einmal mehr im Rahmen des Bremer „Kindertages“ auf den Wiesen rund um den Marcusbrunnen im Bürgerpark überreicht worden, der mit mehr als 50000 Besuchern als größte Kinderveranstaltung in Deutschland gilt.

Zehntausende im Bürgerpark

Vergangenes Jahr ging der „Kinder-Oskar“ an den damaligen Werder-Präsidenten Klaus-Dieter Fischer. Fischer sei die treibende Kraft für das soziale Engagement des Sportvereins. Kinder und Jugendliche lägen ihm dabei besonders am Herzen, begründete LBSV-Geschäftsführer Lothar Pohlmann die Entscheidung. Und der Preisträger in diesem Jahr?

„In den fantasievollen Geschichten von Paul Maar findet sich das schüchterne Kind ernst genommen wieder, aber genauso der freche, vorlaute Typ“, urteilte die Bremer Jury über den diesjährigen Preisträger.

Und ergänzte: „Überall schwingt ein Appell für Toleranz und liebevolles Zusammenleben mit – aber ohne jede Aufdringlichkeit.“ Viele Kindheitserfahrungen Maars sind als autobiografische Anteile in die Bücher und Figuren des Schriftstellers eingeflossen – nicht zuletzt auch in die „Sams“-Bände.

Zum 26. Bremer „Kindertag“ im Bürgerpark gehörte gestern unter anderem eine Wissenswelt des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Auch der Sportverein Bremen 1860, das Universum und das Theater „Interaktiwo“ („Bremer Stadtmusikanten“) beteiligten sich am Programm.

www.dassams.de

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