Bremens neuer Polizeipräsident Lutz Müller will flexibel reagieren können

Salzstangen und Sicherheit

Noch liegt die Urkunde in der roten Mappe: Innensenator Ulrich Mäurer (rechts) mit Bremens neuem Polizeipräsidenten Lutz Müller. ·
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Noch liegt die Urkunde in der roten Mappe: Innensenator Ulrich Mäurer (rechts) mit Bremens neuem Polizeipräsidenten Lutz Müller. ·

Bremen - Von Thomas KuzajSalzstangen, Weintrauben, Orangensaft. Nur die Käseigel fehlten, dann wäre es ein richtiges 50er-Jahre-Retro-Buffet gewesen im ungeheizten „Blauen Salon“ der Innenbehörde. Dabei ging es dort gar nicht um die Vergangenheit, sondern um Gegenwart und Zukunft. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) überreichte Lutz Müller gestern die Urkunde, die ihn zum neuen Bremer Polizeipräsidenten macht.

„In erster Linie geht es um die Sicherheit Bremens und um die Gesundheit meiner Mitarbeiter“, umriss Müller knapp, was er für seine Hauptaufgabengebiete hält. Bremen brauchte einen neuen Polizeipräsidenten, weil Innensenator Ulrich Mäurer Müllers Vorgänger Holger Münch zum 1. Dezember vorigen Jahres als Staatsrat ins Innenressort geholt hatte. Die bisherige Staatsrätin Karen Buse war Präsidentin des Hanseatischen Oberlandesgerichts geworden.

Lutz Müller, 51, verheiratet, zwei Kinder, war 2008 Vertreter des Polizeipräsidenten geworden. Auf Betreiben Mäurers übrigens, der den Polizeipräsidenten – damals war es noch Eckard Mordhorst (1946 bis 2009) – entlasten wollte.

Müller ist seit 1981 bei der Polizei. 1995 war er zur Ortspolizeibehörde Bremerhaven versetzt worden. Drei Jahre später wechselte er wieder nach Bremen. Er leitete hier die Personalabteilung. 2003 ging er als Referatsleiter in die Innenbehörde, bevor er 2008 Vertreter des Polizeipräsidenten wurde. Gestern nun trug er seine Dienstuniform zum letzten Mal.

„Es ist in Bremen Praxis, dass der Polizeipräsident keine Uniform trägt“, sagte Innensenator Mäurer gestern zur Erklärung. Mäurer freute sich darüber, dass es gelungen ist, die Präsidentenstelle so schnell wieder zu besetzen, denn: „Kontinuität ist gerade in der Leitungsebene eine wichtige Sache.“

Auch Staatsrat Münch freute sich über Müllers Engagement: „Wir haben viele große Projekte zusammen gemacht.“ Ohnehin gibt es zwischen Münch und Müller einige Gemeinsamkeiten: „Wir waren sogar zusammen in der Schule. Wir sind uns immer wieder über die Füße gelaufen.“

Für Müller bedeutet die neue Aufgabe auch, dass er länger arbeiten muss. Bislang hätte er mit 60 Jahren aufhören können, nun darf er erst mit 66 an den Ruhestand denken. Münch: „Ich bin froh darüber – so arbeiten wir noch länger zusammen. . .“

„Ich bin kein Mensch, der Verantwortung leichtfertig übernimmt“, sagte Müller. Er habe es sich gründlich überlegt, das neue Amt zu übernehmen – mit eindeutigem Ergebnis. „Meine Familie kann nun sagen, wir sind Präsident – weil ich das eine oder andere zu Hause verarbeite.“ Zu ver- und bearbeiten ist vieles. „Wir haben aktuell ein Riesenproblem beim Thema Wohnungseinbrüche.“ Konzentrieren müsse man sich zudem auf die hohen Zahlen bei Raubüberfällen und Radfahrunfällen. „Rocker, Rechtsextremismus, Menschenhandel“, nannte Müller weitere aktuelle Schwerpunkte. Er weiß aber auch, dass solche Schwerpunkte schnell wechseln können. Da gelte es, flexibel reagieren zu können. Das sei auch eine Managementaufgabe.

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