Organisatoren des Kulturfestivals zerstritten

„Runder Tisch“ soll „Breminale“ retten

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Kulturfestival am Osterdeich – Blick auf das bunte „Breminale“-Treiben. Ganz, ganz früher – in den 80ern – hieß das Festival am Osterdeich auch mal „Weserlust“.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Was wird aus der „Breminale“? Eine Vorlage für die Sitzung der Kulturdeputation am Dienstag, 28. November, hat Aufregung ausgelöst. Weil das „organisatorische Konzept“ für das Festival am Osterdeich gegenwärtig „als nicht tragfähig anzusehen“ sei, können momentan keine Fördergelder fließen, heißt es in dem Sachstandsbericht des Kulturressorts.

Die „Breminale“ steht auf der Kippe – so hat die oppositionelle CDU das Papier verstanden. So will es das Ressort aber gar nicht verstanden wissen. „Wir gehen davon aus, dass die ,Breminale‘ auch 2018 stattfinden wird“, sagte Ressortsprecherin Alexandra Albrecht am Mittwoch. In der nächsten Woche wolle Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz „die Beteiligen der ,Breminale‘ an einem ,Runden Tisch‘ zusammenbringen“, hieß es weiter. „Das wäre auch schon passiert, wenn sie nicht vergangene Woche krank gewesen wäre.“

Der Gesprächsbedarf ist offenbar groß, sehr groß. Ob Gespräche aber tatsächlich möglich sind, wird sich zeigen. Denn die Beteiligten hinter den Kulissen sind zerstritten, sehr zerstritten. Auf der einen Seite steht die „Breminale Veranstaltungs- und Vermarktungs GmbH“ mit dem Geschäftsführer Harald Siegel. Siegel besitzt Namens-rechte der Marke „Breminale“.

Organisation und künstlerisches Konzept getrennt

Die „Breminale GmbH“ ist für Gastronomie und Sicherheit zuständig. Auf der anderen Seite steht die „Sternkultur UG“ (UG steht für eine haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft) – sie hat sich in den vergangenen Jahren um das künstlerische Konzept gekümmert und dafür Fördermittel von Kulturressort und Wirtschaftsförderung bekommen. 

65.000 Euro hatte Bremen im Haushalt 2018/19 eingeplant, hinzu kommen 60.000 Euro aus einem Projektmitteltopf der Wirtschaftsförderer. Entsprechende Anträge von „Sternkultur“ seien im Frühjahr eingegangen, hieß es. Nun aber kommen die Auseinandersetzungen von „Breminale GmbH“ und „Sternkultur“ dazwischen. In der Deputationsvorlage verweist das Ressort auf die „infrage gestellten Geschäftsbeziehungen zwischen den die Veranstaltung tragenden privaten Gesellschaften“.

Ein Gesellschafter will aussteigen

Einer der Gesellschafter von „Sternkultur“ hatte angekündigt, nicht mehr weitermachen zu wollen. Danach wollte die „Breminale GmbH“ der „Sternkultur“ den Auftrag für die Zusammenstellung des künstlerischen Programms entziehen. Wer die Wortmarke „Breminale“ besitze, könne nicht daraus ableiten, allein über die Zukunft des Festivals zu entscheiden, hieß es von der Gegenseite.

„Wir sind zu 100 Prozent sicher, dass es nächstes Jahr eine ,Breminale“ geben wird“, sagte Siegel am Mittwoch auf Anfrage. Mit „Sternkultur“ plane man nicht. Das Festival funktioniere über Zusammenarbeit mit Partnern wie Radio Bremen, „Lagerhaus“ und „Wohnzimmer“. „Wir bieten eine Plattform für Menschen, Organisationen und Vereine.“

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